Iran-Krieg: Wie fatal war die Fehleinschätzung der USA?
Shownotes
Krieg im Nahen Osten - Ein fragiler Waffenstillstand, ein Konflikt, der weit über die Region hinausgeht, mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft – der Nahe Osten steht im Zentrum der Weltpolitik. Aktuell gibt es jetzt Ende April 2026 Waffenstillstand. Doch wie stabil ist die Lage wirklich? Und was bedeutet das für uns alle? Hannelore Veit spricht in dieser LOOKAUT-Videopodcastfolge mit Nahost-Expertin Gudrun Harrer.
Gudrun Harrer ordnet die komplexe Situation rund um den Iran, die USA und den weiteren Staaten im Nahen Osten ein. Sie erklärt, warum die aktuelle Waffenruhe brüchig ist, warum die Straße von Hormus als Druckmittel von mehreren Seiten verwendet wird und wie stark die Machtverhältnisse innerhalb des Iran tatsächlich sind.
Auch die Perspektiven der Golfstaaten, Chinas Einfluss, Russland als materieller Profiteur sowie die geschwächte Rolle der USA werden im Gespräch beleuchtet.
Klar ist: Dieser Konflikt betrifft nicht nur die Region selbst, sondern hat direkte Auswirkungen auf globale Machtverhältnisse und die Weltwirtschaft. Unklar ist, wann dieser Konflikt ein Ende findet.
Die Folge wurde aufgezeichnet am Montag, 27. April 2026.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Für die USA, glaube ich war es schon eine enorme Fehlkalkulation.
00:00:11: Trump hat wirklich gedacht dass er einen sehr schnellen großen Gewinn eben durch diese Enthauptung des iranischen Regimes haben kann und das das eben wie ein Krankenhaus zusammenbricht.
00:00:23: da sehe ich einfach von beiden Seiten überhaupt keine Möglichkeiten.
00:00:28: die kommen nicht zusammen.
00:00:29: Ich glaube, dass der Iran jetzt durch diesen Krieg eigentlich verstanden hat, dass er ein viel wertvolleres Mittel hat als ein Atomprogramm.
00:00:41: Ein Oran-Anreichungsprogramm nämlich die Straße von Hormuz.
00:00:45: Die Leute glauben noch immer es geht nur um den Benzinpreis.
00:00:48: das ist längst überholt.
00:00:49: alle diese Staaten werden wirtschaftlich zutiefst getroffen sein.
00:00:56: Der nahe Osten der Iran-Krieg sind zurzeit der Brempunkt der internationalen Politik.
00:01:02: Wie der Konflikt im Nahen Osten ausgeht, davon hängt sehr viel ab – er betrifft uns alle!
00:01:07: Wir spüren jetzt wie abhängig wir sind von Versorgungswegen die durch diesen Konflikten abgeriegelt sind Anlass für uns heute einen Blick auf den Nahen Ost zu werfen, auf das große Ganze.
00:01:19: Wer ist mehr prädestiniert dafür als die naustkenner in Österreichs?
00:01:23: Gudrun Harra?
00:01:24: Gudrun Harra und ich, wir kennen uns schon lange.
00:01:27: Wir haben auch Fernsehpresse-Stunden gemeinsam moderiert.
00:01:30: Gudrun hara war leitende Redakteurin beim Standard.
00:01:33: Sie waren diplomatischen Dienstgeschäftsträger in der österreichischen Botschaft im Irak.
00:01:38: sie lehrt an der Universität Wien und der Diplomatischen Akademie aber nicht nur.
00:01:43: sie ist oft und gerne zu Gast in anderen Medien im Fernsehen und im Radio.
00:01:48: Ich freue mich dass ihr heute bei uns hier zu Gast ist.
00:01:51: herzlich willkommen Gut und haare.
00:01:52: Danke schön, guten Tag!
00:01:54: Fangen wir mit einer ganz einfachen Frage an Wenn wir über den Nahen Osten sprechen Über welche Region sprechen Wir denn dann?
00:02:00: Überschneide sich das mit dem Englischen Middle East?
00:02:04: Also das ist gar keine einfache Frage.
00:02:07: Heute sprechen wir immer mehr über einen Raum, der eigentlich mehr dem mittleren Osten entsprechen würde.
00:02:12: Wir haben ja Akteure wie Pakistan dabei.
00:02:15: also früher wenn man mit übernahm Osten oder ganz ein alter Begriff die Vorderrelevante gesprochen hat dann hat man wirklich über den Raum von Westasien, wenn man auch korrekterweise sagt gesprochen die wirklich noch Bezug zum Mittelmeerraum hatte.
00:02:32: Aber jetzt sprechen wir über einen sehr großen Raum, inklusive eben
00:02:37: Iran-Afghanistan-Pakistan.".
00:02:39: Und
00:02:39: der Brennpunkt ist jetzt der Irankrieg?
00:02:43: Seit mehreren Wochen geht das schon – im Moment gibt es eine Waffenruhe!
00:02:48: Wir handeln uns da quasi von Tag zu Tag in dieser Waffenluhe mit dieser Waffenruhe.
00:02:53: Wie beurteilen Sie denn die Lage?
00:02:55: Ja, die Waffen ruhe Sehr wohl vorhanden für die Kampfhandlungen zwischen dem Iran und Israel, den USA.
00:03:05: Also Angriffe in Israel bzw.
00:03:07: israelische im Iran oder US-Angriffe im Iran gibt es momentan nicht Aber die Waffenruhe erschreckt sich, wie wir alle wissen nicht auf die Straße von Hormus.
00:03:17: Also da gibt es auch Kampfhandlungen eben weil sowohl der Iran also seine Blockade aufrechterhält mit der Begründung dass die USA die Straße vom Hormuz gesperrt haben.
00:03:28: Es ist ein sehr brüchiger eine sehr brüchige Waffenruhe, die ja auch unilaterale erklärt wurde.
00:03:37: Sie gilt auch für andere Schauplätze wie zum Beispiel den Libanon wo aber auch Weiterkampfhandlungen stattfinden zwischen der Hisbollah und Israel.
00:03:46: Ich möchte ein Zitat hineinbringen von Jake Sully wenn er früher Nationales Sicherheitsberater von Joe Biden einigen Wochen, vor zwei Wochen in etwa gesagt hat er glaubt diese Waffenruhe wird halten weil keine der beiden Seiten Interesse hat die Sache die Lage eskalieren zu lassen.
00:04:05: Stimmen Sie dazu?
00:04:06: Ich stimme dem zu, dass beide Seiten wirklich wollen das es vorbei ist.
00:04:11: Also für die USA glaube ich war schon eine enorme Fehlkalkulation.
00:04:16: also Trump hat wirklich gedacht, dass er einen sehr schnellen großen Gewinn eben durch diese Enthauptung des iranischen Regimes haben kann und dass das eben wie ein Kartenhaus zusammen bricht.
00:04:28: Das ist absolut nicht passiert.
00:04:30: Verkalkuliert!
00:04:32: Ja, das muss man wirklich sagen.
00:04:33: Also und die Kollateralschäden auch für die strategischen Partner USA im Nahen Osten sind enorm.
00:04:43: also ich spreche von den arabischen Golfstaaten aber auch für den Iran gilt es genauso.
00:04:49: der Iran gerade weil des Regime ja überlebt.
00:04:52: momentan gehen wir davon aus es kann stündlich zusammenbrechen aber es gibt keinen Anschein.
00:04:57: wenn das Regime überlebte hat es ja nachher wieder ein Land und eine Bevölkerung, die es erhalten muss.
00:05:05: Wo ist wirklich eine neue Beziehung, einen Wiederaufbau und eine Nachkriegszeit aufbauen muss?
00:05:13: Und auch im Iran hat sich die wirtschaftliche Situation wahnsinnig verschlechtert.
00:05:17: Bevor wir über Iran und auch USA und die Rolle der USA sprechen möchte ich noch einmal auf das auf die Waffenruhe
00:05:24: zurückkommen.
00:05:25: Worum geht's denn da überhaupt?
00:05:27: was sind dann da die großen Stolpersteine
00:05:28: dabei die Straße von Hormus.
00:05:32: Also größere Vorfälle dort können das Ganze wieder explodieren lassen.
00:05:38: und wir wissen ja auch Trump hat eine relativ kurze Lunte, also der sagt was in der Früh und am nächsten Tag etwas anderes.
00:05:48: Das kann sehr schnell gehen es kann aber auch ungewollt passieren.
00:05:52: Eine nicht geplante Eskalation kann auch stattfinden.
00:05:55: Nicht einfach nur ein Einsatzbefehl muss man sich eben... anschauen was zur Verhandlung steht, worüber überhaupt geredet werden soll.
00:06:05: Was ja im Moment nicht wird und da sehe ich einfach von beiden Seiten überhaupt keine Möglichkeiten.
00:06:13: diese zwei Kataloge an Forderungen die da einander gegenüberstehen.
00:06:18: Die kommen nicht zusammen.
00:06:19: also dann muss man wenn man weiterkommen will einen Kompromiss finden was natürlich viele Experten und Expertinnen für möglich halten.
00:06:29: ist das irgendwie so rahm Abkommen und dass man sich eben so weiter handelt von Agreement zu Agreement.
00:06:36: Und das trotzdem die große Waffenruhe irgendwie hält.
00:06:40: Die Sichtswahren
00:06:41: für beide Seiten
00:06:42: in den Fall?
00:06:43: Ja, wird schwierig.
00:06:46: Sprechen wir ein bisschen über den Iran.
00:06:48: wer sind denn die Männer, die jetzt dort an der Macht sind?
00:06:52: Es sind ja nur Männer!
00:06:53: Ja natürlich sind es nur Männer Aber es sind nicht nur Männer.
00:06:57: Ich habe das sehr interessant gefunden, sich die Delegation anzuschauen, die da in Pakistan war bei der ersten Verhandlungsrunde mit dem US-Vizepräsidenten.
00:07:08: Also die Tourbeiträger hat man ziemlich vergeblich gesucht.
00:07:12: Das waren fast lauter Zivilisten.
00:07:14: Das muss man auch wirklich sagen.
00:07:16: Das sind lauter Militärs und eben auch die Bürokraten, wie zum Beispiel der Parlamentspräsident Kralibaf, der eine ganz große Rolle spielt.
00:07:28: Der wird von vielen als fast stärkste Personen wahrgenommen haben einen Hintergrund in den Revolutionsgarten.
00:07:36: also die Lage hat sich wirklich verschärft.
00:07:39: Wir haben eine viel militaristische Regime momentan, aber wir haben schon noch einen zivilen Zweig.
00:07:47: also der jetzige Präsident ist auch Zivilist und der hat mit dem Militär nichts zu tun und wird auch von vielen als Ja Pragmatiker und Diplomatie, Affine und so weiter beschrieben.
00:08:03: Also dieser Zweig wird auch noch erhalten – auch Iraqi der Außenminister, der nach Pakistan fährt!
00:08:10: Wie
00:08:10: stark ist denn die Führung im Iran?
00:08:12: Noch wie einig ist die Förung?
00:08:14: Innerhalb des Regimes im Iran wurde immer gestritten dass die Fetzen fliegen.
00:08:18: Entschuldigen Sie den Begriff also das ist ganz normal.
00:08:22: Aber dass jetzt natürlich diese verschiedenen Strömungen und Zweige, dass es da um existenzielles geht im Regime.
00:08:31: Ebenum überleben oder nicht überleben ist klar.
00:08:33: also diese Spaltungen sind bestimmt heftiger geworden.
00:08:38: Es gibt momentan keine Anzeichen das irgendwie innerhalb des Regimes ein Kampf stattfindet der zu einem Putsch führen könnte.
00:08:47: Es haben sich erst sowieso die Revolutionsgarten durchgesetzt nie in der iranischen Geschichte so stark waren.
00:08:55: Also es ist schon sehr interessant, wir haben jetzt im Iran an der Macht diese Generation die im Iran-Irahrkrieg, Nineteinachtzig bis Achtundachtzig wirklich jung war und auf den Schlachtfeldern gekämpft hat.
00:09:09: Und die haben jetzt das Land übernommen?
00:09:12: Der geistliche Führer Ali Khamenei ist mit den ersten Angriffen getötet worden.
00:09:17: Sein Sohn Motshaba Nominell zumindest übernommen.
00:09:22: Was wissen wir denn über ihn und wo ist der?
00:09:25: welche Rolle spielt er?
00:09:27: Also seriöserweise, wie wissen nicht!
00:09:30: Wenn er wirklich so schwer verletzt war und eben überlebt hat gab es wahrscheinlich auch überhaupt keine... andere Möglichkeit für das Regime als denen zum Nachfolger zu wählen.
00:09:43: Es war auch ein bisschen eine Nacht- und Nebelaktion, also gewählt wurde.
00:09:47: Also es war nicht der ganze Expertenrat, der ihn eigentlich wählen sollte beteiligt.
00:09:54: Man sieht, dass war irgendwie eine Aktion um die wahrscheinlich das Regimen auch nicht herumgekommen ist.
00:10:02: Man könnte, je nachdem wie er sich entwickelt auch sagen die halten sich den.
00:10:07: Er hat schon einmal ich weiß nicht ob er sich da selbst zu Wort gemeldet hat aber in seinem Namen wurde gesagt dass er für die Verhandlungen in Pakistan ist.
00:10:18: das war schon ein wichtiger Moment.
00:10:19: also der wurde ja schon vorgeschickt.
00:10:21: so er ist schon ein Mittel der Legitimation für diese Leute, die jetzt das Sagen haben.
00:10:28: Aber Sie haben es angesprochen?
00:10:29: Wir haben ihn noch nicht gesehen, wir haben ihn auch noch nicht gehört, wissen überhaupt wo er ist und ob er überhaupt am Leben ist!
00:10:37: Also ich nehme an, dass er schon am Leben ist.
00:10:40: Aber wir wissen natürlich nicht in welchen Zustand und offensichtlich nicht in einem Zustand das er eben mit Bild sich den Leuten zeigen kann was ja auch für den Iran ein Problem ist natürlich für die für das Regime innerhalb des Irans.
00:10:57: Aber ich nehme schon an, also wenn er umgekommen wäre das hätte man schon verstanden.
00:11:03: Dass er versteckt ist, versteht man auch weil wie gesagt in den ersten Tagen wurden ja sein Vater seine Familie aber auch viele andere Führungskräfte eliminiert, also getötet.
00:11:15: Was erfährt denn die iranische Bevölkerung von dem was passiert?
00:11:19: Natürlich ist die iranesche Bevölkerung unglaublich stark abgeschnitten von allen Geschehnissen.
00:11:25: Das ist besonders bitter, weil die Ranner und die Rannerinnen sind wirklich über die Jahre und Jahrzehnte also ganz ganz eng auch dann später mit sozialen Medien und alle technischen Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung gestanden sind mit der Welt verbunden gewesen.
00:11:42: Also sie sind sehr Technik affin, muss man sagen und das wurde natürlich alles abgeschnitten.
00:11:48: Also ich spreche immer wieder mit Leuten auch hier in Wien die wirklich keinen Kontakt da nicht einmal telefonisch zu ihren Verwandten im Iran haben.
00:11:58: also das ist sehr bitter.
00:12:00: sie wissen wenig, würde ich sagen.
00:12:03: Aber sie sehen natürlich den Krieg und sie hören natürlich die Kommunikäse von den offiziellen Stellen- und Wissenwaffenruhe und Verhandlungen und wir haben gewonnen und diese Sachen.
00:12:15: Wie stimmt
00:12:16: dann Iran's Führung Sie auf den Kriege ein?
00:12:18: Die Bevölkerung vor allem auch Frauen sind ja sehr viele junge Menschen im Iran.
00:12:22: Iran ist ein sehr junges Land.
00:12:24: wie agiert da die Führungen des Iran?
00:12:28: die iranische Führung und das ist nicht nur ein, ich würde sagen eine Propaganda-Weg sondern ich glaube die glauben das wirklich.
00:12:39: Also für die ist das was jetzt passiert ist nur eine Episode in einem sehr sehr langen Krieg.
00:12:45: also aus iranischer Sicht ist es wirklich wenn wir sagen Die jetzige große Runde, die hat im Juni-Zweißen-Fünfundzwanzig begonnen mit dem israelischen Angriff in den sich ja dann auch die USA eingeschaltet haben und wo das ganze nach zwölf Tagen zu Ende war.
00:13:06: Und auch mit einer Situation, wo wir gewusst haben es geht weiter und jetzt befürchten wir es geht wieder.
00:13:14: Aber auch die Demonstrationen im Jänner die das Regime zur unfassbarer Grausamkeit niedergeschlagen hat und wirklich ein Massaker angerichtet hat, noch mehr Leute im Iran dazu gebracht haben zu sagen es geht nicht mehr.
00:13:31: Sogar ein Krieg ist besser als das.
00:13:33: Das ist auch für dieses Regime eine Episode in einem großen Krieg und der ist dann auch wirklich gekommen und drum ist natürlich auch das Misstrauen groß und es wird den Leuten kommuniziert.
00:13:44: ihr braucht nicht glauben dass es vorbei.
00:13:46: also Wir müssen da so zu sagen siegerecht sein und wir müssen das durchhalten, den großen Krieg.
00:13:52: Und wenn wir es ganz genau nehmen dann hat für das iranische Regime dieses Regimes, dass seit siebenundvierzig Jahren an der Macht ist, das ganze schon im Iran-Iraq-Krieg begonnen.
00:14:02: Weil damals hat auch Saddam Hussein also der Iraker den Iran überfallen.
00:14:08: fast die ganze Welt war auf der irakischen Seite, muss man sagen.
00:14:12: Also es ist fast so wie wenn sich das Regime seit fast fünfzig Jahren darauf vorbereitet.
00:14:18: Protester gibt's inzwischen keine mehr?
00:14:21: Zumindest keine von denen wir wissen – Wie siehts denn aus mit der Opposition?
00:14:25: immer wieder genannt wird natürlich Reza Pakhlavi, der Sohn des Shah.
00:14:30: Gibt es eine Opposition im Iran?
00:14:33: Natürlich gibt es eine opposition und ich bin Es ist mir wichtig daran zu erinnern, dass da ganz wichtige Figuren wie die Nobelpreisträgerin Mohamedi uns weiter im Gefängnis sitzen.
00:14:50: Trump gesagt hat, die Iraner und Iraner erinnern sollen das übernehmen.
00:14:54: Wir machen Kriege und jetzt sind die an der Reihe natürlich höchstzynisch also... Das ist ja wirklich schlimm weil gerade nach den Massakern im Jänner wussten ja die Leute was sie zu erwarten haben.
00:15:10: Also wenn die schon in einer Nicht-Kampf für Situationen im Jener so reagiert haben das Regime Wie ist es während Kampfhandlungen stattfinden?
00:15:20: Das war natürlich nicht möglich und nie realistisch.
00:15:23: Man muss dazu sagen, die iranische Opposition ist gespalten.
00:15:28: Es gibt sehr unterschiedliche Gruppen aber diesen Protesten im Jänner haben sich wirklich auch zum Teil Gruppen angeschlossen, die eher ein Regime loyal oder eben nicht in Opposition waren wie zB diese Proteste sind ausgegangen vom sogenannten Passar, also von den Händlern in Tehran, die auf die Straße gegangen sind weil sie einfach nicht mehr mit den Preisen mitgekommen sind und da Reformen gefordert haben.
00:15:57: Aber wir haben dann auch Gruppen, die sich solchen Protesten nicht anschließen und die zum Beispiel bei den großen feministischen Protesten dabei waren, die im Jahr Amenie ausgebrochen sind, wo ja dann durchaus auch in der Peripherie also zum Beispiel im Belutschistan ein Aufstand getobt hat.
00:16:21: Also es ist sehr schwer diese verschiedenen Interessen der verschiedenen ethnischen Gruppen auf einen Nenner zu bringen und leider ist die Opposition in der Diaspora, die ja sehr lautstark ist das schuldig geblieben.
00:16:40: Und auch von Reser Bachler wie ist man wahrscheinlich, sind viele enttäuscht.
00:16:45: Er sagt ja immer er würde nur eine verübergehende Rolle übernehmen wenn es tatsächlich dazu kommt.
00:16:52: Ist das denkbar für sich?
00:16:55: Es ist eigentlich jetzt noch weniger denkbar als es zu Beginn des Krieges war.
00:16:59: Er ist irgendwie in den Hintergrund getreten, reagiert auch auf kritische Fragen von Journalisten ziemlich aggressiv muss man sagen.
00:17:08: also er lässt sich nicht gerne hinterfragen.
00:17:12: und diese ethnischen Gruppen die ich erwähnt habe das ist glaube ich ein wichtiger Punkt die könnten unter einer Führung eines Bachler wie schlecht agieren.
00:17:24: Weil die haben natürlich wieder genau Angst vor einem persisch zentrierten Staat.
00:17:33: und eine Pachlavis ist den ethischen Gruppen nicht besser gegangen als im Muller-Regime.
00:17:38: Im Mullerregime geht es allen schlecht aus den Gründen, die wir wissen aber dieses Narrativ das damals also bis neunundsiebzig alles wunderbar war und perfekt von dieser Romantik überdeckt der Moderne.
00:17:56: Also die Parklavis stehen einfach für eine Periode, der Modernisierung und Iran hat eine Rolle in der Außenpolitik gespielt und in der Weltwirtschaft und das will man gerne zurück aber ich ehrlich gesagt weiß nicht ob er der richtige Mann ist.
00:18:12: Jetzt haben die Amerikaner nach den Angriffen auf die Atomanlagen im Iran, im vergangenen Sommer gesagt das Atomprogramm ist mehr oder weniger zerstört.
00:18:23: Ist Großteils zerstörd?
00:18:24: Was wissen wir denn wirklich über dieses Atom-Programm was zerstören ist und noch besteht?
00:18:30: Also die Geheimdienste haben ziemlich rasch Trump widersprochen.
00:18:36: Es hat verheerende Zerstörungen gegeben und jeder, der weiß wie sensibel es geht ja um die Urananreichung.
00:18:44: Wie sensibel solche Zentrifugen sind und wie schwer so eine Urananreicherung ist stellt sich vor dass die Iraner im Moment kein Uran anreichern können also das es nicht aktiv ist.
00:18:56: aber wie es unter der Erde ausschaut in diesen Punkern im Detail wissen wir das einfach nicht.
00:19:05: Niemand erwartet, dass die das heute wieder aufnehmen können.
00:19:09: Aber ein großes Problem sind die etwa vierhundertvierzig Kilogramm von Uranus auf sechzig Prozent angereichert ist.
00:19:18: Das ist sehr hoch!
00:19:20: Dafür gibt es keinen zivilen Zweck.
00:19:22: Damit könnte man theoretisch ein paar Bomben bauen wobei der Iran aber nicht alle Technologien beherrscht.
00:19:29: für einen Bombenbau also selbst wenn sie das heute entscheiden würde das Monate dauern unter den jetzigen Umständen sehr, sehr schwierig.
00:19:38: Und sie haben auch noch tausende andere Kilo von angereichertem Material.
00:19:42: und das völlig absurde ist dass diese vierhundertvierzig Kilogramm angereicherten Urans ja eigentlich davon verursacht wurden dass Trump aus diesem Wiener Atom-Deal von zwei Tausend Fünfzehn ausgestiegen ist.
00:20:00: Und diese Vierhundertvierzig Kilo fehlen, die sind nicht da.
00:20:04: Trump sagt einfach, sie müssen her!
00:20:06: Die muss der Iran ausliefern – das wird er natürlich nicht tun.
00:20:10: Ich glaube, der Iran wäre wenn es einen Deal gibt bereit, dass genauso wie Sie zweitausendfünfte Material abgegeben haben oder verdünnt haben also einfach... Das ist aufgelöst worden das auszuführen, zum Beispiel nach Russland oder was auch immer.
00:20:27: Aber es sollte weg vom Iran weil das ist das Material aus dem man relativ schnell Material machen könnte, aus dem wir Bomben bauen könnten aber das ist noch kein Atombombenprogramm.
00:20:42: also und eines möchte ich auch sagen Ich glaube dass der Iran jetzt durch diesen Krieg eigentlich verstanden hat dass ein viel wertvolleres Mittel hat als ein Atomprogramm, ein Oran-Anreichungsprogramm.
00:20:57: Nämlich die Straße von HOMUS.
00:21:00: Trotzdem noch einmal die Frage des Atom-Deals aus dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn.
00:21:03: Wie gut und wie schlecht war dieses Atomdeal?
00:21:06: Kann man den Iranern trauen in Verhandlungen?
00:21:12: Niemand traut den Iranern, und man muss ihnen auch nicht trauen.
00:21:16: Sondern dieser Atom-Deal von dem Jahr hier hat er wirklich gute und auch über gewisse Ablaufzeiten hinausreichende Kontrollen vorgesehen.
00:21:27: hat einfach funktioniert.
00:21:29: Und man muss sich vorstellen, wir sprechen jetzt von sechzig Prozent.
00:21:32: also damals wurde die Obergrenze von angereicherten Uran auf drei Komma siebenundsechzig prozent festgelegt.
00:21:38: Also das ist wirklich wenig und wahrscheinlich wäre so ein Deal wieder möglich stelle ich mir vor aber das geht natürlich weit um.
00:21:47: es ist weit weniger als dass was Trump verlangt weil der will einfach null Anreicherung.
00:21:54: Und ich könnte mir aber vorstellen, dass es Deals gibt.
00:21:57: Dass der Iran sagt ja wir haben das Recht auf Anreicherung, aber wir machen es nicht.
00:22:03: Wir üben das nicht aus.
00:22:04: Also das ist glaube ich nicht einmal mehr der Punkt an dem alles scheitert.
00:22:10: Die USA waren lange das Sicherheitsgarant für die ganze Region.
00:22:15: Die Sicherheitsordnung ist jetzt wirklich zusammengefallen durcheinander gekommen.
00:22:20: Was verfolgen wird denn das haben oder kann das haben?
00:22:22: Für die Beziehungen Amerika, USA nahe außen.
00:22:27: Ja es ist wirklich ein entscheidender Moment nämlich nicht nur dass die USA nicht garantieren konnten die Sicherheit und auch nicht wirklich diese Staaten verteidigen konnten nachhaltig.
00:22:41: also wir sprechen von den Staaten des arabischen Golf Kooperationsrats die ja unverhältnismäßig stark angegriffen wurden vom Iran Sondern sie haben selbst eben diese Unsicherheit verursacht aus Sicht der Golfstaaten.
00:22:57: Jetzt ist die Antwort dieser Golfstaat sehr unterschiedlich, also ich glaube nicht dass es so sein wird das sich diese Golfstaate also schnell von den USA abwenden können Sie gar nicht.
00:23:09: Also es wird weiter enge Beziehungen und Sicherheitsvereinbarung und Waffenlieferungen geben aber die Golfstarten werden noch mehr als sie da schon getan haben weil das auch schon ein langer Prozess noch mehr ihre Sicherheit diversifizieren.
00:23:23: Also es werden verschiedene regionale Formate entstehen und natürlich, es wird auch vielleicht China eine größere Rolle spielen Russland vielleicht nicht.
00:23:35: das ist ganz interessant weil auch die Beziehungen der Golfstaaten zu Russland waren ja eigentlich sehr gut.
00:23:42: also die Golfstarten haben sich nie zum Beispiel dennoch keine Sanktionen angeschlossen im westlichen.
00:23:48: Aber jetzt ist natürlich Russland als Verbündeter des Iran schon, also das ist schon auch eine Enttäuschung.
00:23:56: Dass alle dies alles was die Golfstaaten versucht haben an Diversifizierung der Sicherheit und Sicherheitsarchitektur ist eigentlich zusammengebrochen.
00:24:08: Und ich glaube schon, dass man auch sagen kann, dass das im Prinzip ein Resultat eines langen Prozesses ist.
00:24:15: Der darin besteht zu sich die USA aus dem Nahen Osten mehr oder weniger seit Jahrzehnten langsam zurückzuwenden?
00:24:22: Nicht erst seit Trump!
00:24:23: Ja nicht erst so seit Trump.
00:24:25: Ganz stark unter Obama und da sind schon viele Enttäuschungen haben sich akkumuliert und diese ist jetzt dazugekommen.
00:24:37: Wenn wir von Vermittlern sprechen, dann sprechen wir im Moment eigentlich von Pakistan.
00:24:41: Was ist mit dem Oman der quasi eine große Vermittlerrolle übernommen hat in den letzten Jahren?
00:24:47: Von dem man eigentlich sehr wenig bis gar nichts hört im Moment.
00:24:51: Interessanterweise es war gerade jetzt der iranische Außenminister Araki im Oman und wurde auch dort von Sultanaid nam empfangen.
00:25:02: also die Omana sind bei diesem neuen Format, das es da gibt.
00:25:07: Da werde ich noch was dazu sagen.
00:25:09: Zwar nicht dabei aber sie sind auch nicht passiv.
00:25:12: also Sie sind auch angegriffen worden in viel viel geringerem Ausmaß.
00:25:18: Also auch diese arabischen Golfstarten haben sehr unterschiedlich unter diesen Angriffen gelitten am allermeisten natürlich die vereinigten arabische Emirate.
00:25:26: da kann man sich auch fragen warum
00:25:29: Ja, warum?
00:25:31: Ich sage das einmal vom Moment fertig.
00:25:34: Aber sie sind aktiv und waren auch das einzige Golfland, dass wirklich den sofortigen Stopp des Kriegs gefordert haben.
00:25:45: Weil es war schon interessant zu sehen alle diese arabischen Golfstaaten sehr unterschiedlich von Vereinigten Arabischen Emiraten Saudi-Arabien, Kuwait, Qatar... waren gegen diesen Krieg.
00:25:59: Aber wie sie jetzt gesehen haben, wie sie angegriffen werden und gesehen haben dass das iranische Regime nicht stürzt hat natürlich schon die Angst eingesetzt, noch aggressivere Regime überleben müssen.
00:26:13: Und sind eben der Meinung, dass wirklich also zumindest alles auf den Tisch kommen muss und verhandelt werden muss – und sie müssen dabei sein!
00:26:20: Also Sie müssen nicht nur informiert werden.
00:26:23: Manche, ich glaube die Vereinigten Arabischen Emirate am meisten Da gibt es wirklich Stimmen, die der Meinung sind wie in Israel dass man das Ganze eigentlich zu Ende führen müsste.
00:26:34: Oman gehört eben prominent nicht dazu hat Ende des Kriegs verlangt und ist deshalb von den Iranern schon eingebunden.
00:26:43: Die Vereinigten Arabischen Emiraten ich sage immer einer der Gründe warum dies so angegriffen wurden war natürlich auch weil es einfach physisch militärisch möglich war.
00:26:52: Das sind den Reichweite der Kurzstreckenraketen der Drohnen.
00:26:58: Und da muss man schon sagen die große Überraschung, dass da iranische Drohne eingesetzt werden und Hotellstreffen
00:27:04: usw.,
00:27:05: ist wirklich erstaunlich.
00:27:06: also ich bin überrascht über diese Überraschnung weil wir haben ja die ganze Zeit in der Ukraine gesehen was Dronen sind und das sind ja zum Beispiel auch eben diese iranischen Drohneln die z.T.
00:27:20: auch in Lizenz in Russland hergestellt werden.
00:27:23: Und natürlich Die Vereinigten Arabischen Emirate bei der Diversifizierung ihrer Sicherheit, die ich erwähnt habe in den letzten Jahren auch mit Israel diesen Abraham-Accords, die Abrahamabkommen eingegangen sind.
00:27:36: Also eine sehr, sehr enge Sicherheitszusammenarbeit mit Israel haben.
00:27:42: und man muss sich wirklich vorstellen ganz am Anfang in den ersten Wochen.
00:27:45: Fünfundsiebzig Prozent der iranischen Angriffe waren nur auf die Golfregionen und wirklich ein Großteil davon auch auf die Arabische Emirate.
00:27:55: Saudi-Arabien ist da vielleicht ein bisschen besser weggekommen.
00:27:59: Wie schaut es denn aus mit der Position Saudi Arabiens jetzt auch unter dem Blickwinkel, dass die Saudis sehr viel Geld an Investitionen an die Amerikaner versprochen haben?
00:28:13: Die Amerikanern dafür über Sicherheitsgarantien geben sollten, die ja jetzt nicht mehr wirklich schlagend werden.
00:28:21: Die Sicherheits-, die Amerikaner oder die USA als Sicherheitsgarant in der Region gibt es nicht mehr?
00:28:27: Ja, die Saudis waren aber und das war natürlich vor dem Hamas-Überfall auf Israel am siebten Oktober XXIII, waren sogar bereit eben auch den Abraham Accords mit Israel beizutreten im um ein ganz, ganz enges Sicherheitsabkommen mit den USA.
00:28:46: Das übrigens aber auch ein Atomprogramm für die Saudis beinhaltet hätte.
00:28:50: und da sind wir wieder bei dem was ich vorher erwähnt habe bei diesem neuen Format.
00:28:54: es gibt ziemlich unbemerkt ein neues Format das sich herausbildet wo wir noch nicht ganz wissen wie stark er sein wird und dass ist eben Saudi Arabien Pakistan und die beiden haben schon einen militärischen Beisternspakt, also wirklich ein Beistertspakt der eigentlich jetzt schon schlagend ist.
00:29:12: So erklärt sich auch das große Interesse Pakistans diesen Krieg zu beenden wenn es weitergeht.
00:29:19: irgendwann müssen sie mitmachen Und dann gehört noch dazu die Türkei und Ägypten.
00:29:25: Also das ist wirklich ein neues Quartett, so wird es auch genannt also dieses Quartet von Staaten dass eben für Verhandlungen ist.
00:29:35: die Türkei interessanterweise wäre auch sehr stark für eine militärische Integration dieser vier Staaten was ja nicht so einfach ist weil die Türken sind wieder ein NATO-Land und haben da eure Verpflichtungen.
00:29:48: und dann die türkisch Arabischen Beziehungen waren Erst bis vor kurzem eigentlich sehr, sehr schlecht und wurden erst kürzlich repariert.
00:29:57: Aber Saudi-Arabien hat ja versucht in den letzten Jahren sozusagen die Rolle des Lieders der arabischen Staaten zu übernehmen – und kann das auch!
00:30:10: von den Parametern, anders als die Vereinigten Arabischen Emirate.
00:30:15: Und gerade bevor dieser Krieg begonnen wurde haben wir eine wirkliche Eskalation in der Konkurrenz zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten arabischen Emiraten gesehen.
00:30:25: Der hat sogar dazu geführt, dass Milizen gegeneinander gekämpft haben.
00:30:29: Also das ist eine sehr, sehr interessante Dynamik und Saudi Arabia versucht sich wirklich zu behaupten und aber auch auf regionaler Ebene zu arbeiten.
00:30:41: Und davon werden wir noch viel mehr sehen, eben auch aus Enttäuschung und auch Ausunsicherheit wie das in den USA weitergeht.
00:30:50: Sie haben erwähnt Ägypten – was sind denn die Interessen Ägyptens?
00:30:54: Man hört und liest relativ wenig über Ägypte in dieser Situation im Nahen Osten, wie sie zurzeit bestellt.
00:31:00: Also wir müssen dazu sagen Alle diese Staaten werden wirtschaftlich zutiefst getroffen sein von dem, was passiert.
00:31:07: Also auch bei uns die Leute glauben noch immer es geht nur um den Benzinpreis oder um das Kerosin für die Urlaubseise.
00:31:16: Das ist längst überholt und man muss sich wirklich vorstellen wie stark alle diese Staate Ägypten jetzt gerade nicht, also da ging es in den letzten Jahren ein bisschen besser.
00:31:29: Aber am Rande des Wirtschaftskollaps und der übermächtigen Schulden stehen von diesen Sachen betroffen werden zum Beispiel wenn die Landwirtschaft nicht mehr funktioniert weil es nicht genug Kunstdünger gibt usw.
00:31:45: oder eben auch Benzinpreise und alles Mögliche.
00:31:48: Also Ägyptien versucht natürlich unter Sisi auch in den letzten Jahren wieder seine Rolle, die es früher also vor Jahrzehnten gehabt hat.
00:31:58: Also als auch Führer der arabischen Welt werden sie nicht mehr werden aber ein wichtiges arabisches Land das ist auch in der Beziehung zu Israel und wie es zur Frage wie es in Gaza weitergeht diese Rolle zu erhalten und zu stärken.
00:32:18: Und arbeiten einfach sehr, sehr eng mit Saudi-Arabien jetzt zusammen sind natürlich auch ein bisschen immer zerrissen in dieser Konkurrenz die ich unbeschrieben habe.
00:32:27: Also Saudis, Emiratis, Qatar – wir dürfen ja nicht vergessen, auch die Golfstaaten haben im Jahr zwei Tausend siebzehn eine große interne Krise mit Qatar gehabt.
00:32:38: also das ist ja ... Spannend wird meiner Meinung nach Ob das, was wir jetzt erleben dieser Krieg eigentlich dazu führt dass die Golfstaaten mehr zusammenrücken.
00:32:50: Letztlich also mehr sich integrieren auch militärisch oder ob diese Konkurrenz und diese Spaltungen noch mehr aufbrechen lassen wird.
00:33:00: der ganze Golf Kooperationsrat wurde ja gegründet.
00:33:03: Neunzehnneinundsebzig also nach neunzehneunzebzig als Antwort auf die auf die iranische Revolution Wenn
00:33:10: wir noch mal ganz konkret auf die Straße von Hormuz eingehen, aber die wir ja schon sehr viel gesprochen haben.
00:33:15: Das waren einmal laut Schätzungen von amerikanischen Thinktanks.
00:33:19: Hundert und achtzig Schiefe pro Tag sind es vier Schiefer pro Tag.
00:33:23: CSIS sagt das.
00:33:26: Auswirkungen natürlich auf einiges haben wir schon besprochen auf viele, viele Länder und Staaten.
00:33:33: wie wirkt sich so die Wirtschaft im Iran aus?
00:33:37: Ja, ich meine da hat natürlich Trump schon einen Punkt.
00:33:40: Also die Blockierung der iranischen Hefen ist eine Katastrophe und das tut weh!
00:33:47: Und die iranische Wirtschaft?
00:33:52: drum sind ja diese Proteste auch im jener ausgebrochen eigentlich von den Händlern ausgehend.
00:33:58: also die iranesche Wirtschaft die ist schon am Boden.
00:34:04: Und das war ja ein Argument, dass man sagt also, man glaubt, dass auch der Iran für einen Kriegsende und eine Verhandlungslösung ist weil sie sonst ihre eigene Wirtschaft nicht erhalten können, weil es kollabiert.
00:34:19: Irgendwann wenn das kollabriert und Aufstände an der Peripherie, an der Schwachen – also ist das Land unregierbar!
00:34:29: Was die Wirtschaft der Golf-Staaten betrifft, das schätzt die Uner.
00:34:32: Dass es einiges am Protoinlandsprodukt kosten könnte – bis zu sechs Prozent.
00:34:40: Sie waren einmal bekannt als reiche Staaten?
00:34:43: Ist das Ende des Reichenbohrstaats?
00:34:47: Das sind immer noch viel, viel reicher als die Armen und das gilt wohl hier auch aber.
00:34:52: Also wirklich ein großes Aber!
00:34:55: Ich denke zum Beispiel an Syrien.
00:34:57: Die Golfstaaten engagieren sich alles samtfast, sehr stark in Syrien beim Wiederaufbau und investieren dort und da.
00:35:06: Und da geht es nicht um die zweihundert Millionen die Saudi-Arabien jetzt für die Metropolitan Opera in New York gestrichen hat.
00:35:16: Das ist schlimm genug, aber in Syrien geht es um Elektrizität und Wasser, um alles.
00:35:23: Also wenn diese Staaten nicht mehr so viel Geld übrig haben überall auf der Welt zu investieren dann wird man das auch spüren also unbedingt auch im Westen.
00:35:34: Stichwort mit.
00:35:35: Aber was ich mich auch frage Woran wir nicht denken, also diese Gesellschaften in den Golfmonarchien, in den Konservativen sind ja ein sehr starkes klientelistisches Verhältnis.
00:35:51: Also den Leuten dort geht es wirklich gut und sie werden dafür bezahlt und verwöhnt dass sie keine politischen, demokratischen Ansprüche stellen.
00:36:03: Sie sind zufrieden mit einer modernisierung, also einer eiserlichen Modernisierung aber eben nicht politische.
00:36:10: und wenn einmal das alles nicht mehr möglich ist.
00:36:12: Also wenn dort auch das Geld knapp wird und nicht mehr alles finanziert werden wird vielleicht werden dann diese Bevölkerungen nicht mehr so zufriedend und so stabil sein wie wir es jetzt sind.
00:36:26: Ich glaube schon dass diese Hilfstaaten eben mit so ein gesehen ihre Kosten einfach, ich meine da wurde ja wirklich Ölinfrastruktur und Gasinfrastrukturen schon zerstört.
00:36:40: Das ist ja teuer das wieder aufzubauen Und hin und her schwanken zwischen dem Interesse, das mit dem Iran ein für alle mal zu lösen.
00:36:48: Und eben möglichst schnell einen Ende des Krieges zu haben und wieder aufzubauen.
00:36:53: Möglich wäre es Entspannung und ein schnelles Ende?
00:36:56: Ja
00:36:57: also theoretisch ja wenn sich die USA und der Iran einigen wobei ich einige Punkte sehe.
00:37:06: wir haben übers Atomprogramm gesprochen wo ich eine Einigung für möglich halte, aber keine Einigung im amerikanischen Sinn haltig ermöglicht beim zum Beispiel iranischen Raketenprogramm.
00:37:19: Das ist das einzige was die haben dieses Raketen-Programm.
00:37:23: Die können das nicht aufgeben!
00:37:26: Aber Trump ist ja dafür bekannt dass er immer mit maximal Positionen und maximal Forderungen kommt.
00:37:31: also vielleicht... eine Möglichkeit irgendwo zum Einlägen ohne das Gesicht zu verlieren.
00:37:38: Ein Thema möchte ich noch ansprechen, dass Sie auch schon angesprochen haben im Laufe dieses Gesprächs China als Vermittler.
00:37:44: Wie groß ist denn die Rolle Chinas als Vermitter?
00:37:47: China mischt sich ein und steht offenbar auch oder hat zumindest einen Anteil zur Stande kommen der Friedens- oder Waffenstillstandsverhandlungen.
00:37:59: sagen wir mal so wie groß ist die Rolle Kinas?
00:38:02: Ich glaube, China war immer ein wirtschaftlicher Riese in dem Raum.
00:38:05: China hat ja auch einen Kooperationsabkommen mit dem Iran.
00:38:11: Hat es besser vorbereitet gewesen auf diesen Krieg durch das Anlegen von Energiereserven?
00:38:20: Obwohl sie wirklich sehr viel Öl aus dem Iran beziehen.
00:38:23: Also irgendwann würden die das auch spüren.
00:38:25: also so ist es nicht aber es ist halt nicht so akut und Man hat aber trotzdem gesehen, dass auch in den letzten Jahren Kinder immer mehr eine politische Rolle gespielt haben.
00:38:37: Und die spielt es jetzt auch.
00:38:38: Also momentan stilisieren sie sich sehr als der vernünftige Akteur und auch der Akteuer gegenüber dem globalen Süden, der auch hilft zum Beispiel.
00:38:49: Sie haben ja diesen Konflikt mit den Philippinen an.
00:38:51: Und trotzdem haben sie den Philippinnen jetzt Öl geliefert also Öl zur Verfügung gestellt im hohen Millionen-Dollar Bereich.
00:39:01: Also das ist jetzt ein Imagegewinn, nur die Befürchtungen sind halt dass sie es irgendwann einmal dann in Taiwan doch ausnützen werden.
00:39:10: diese Situation in der die Welt jetzt ist unter was tun aber Sie haben wurden auch tätig.
00:39:16: In den letzten Jahren haben sie in der Mitte eine Annäherung zwischen Saudi-Arabien und Iran vermittelt.
00:39:21: Das war der Moment, wo die diplomatischen Beziehungen zwischen diesen beiden Staaten normalisiert wurden.
00:39:27: umso enttäuschter sind ja die Golfstaaten, dass der Iran sofort angegriffen hat.
00:39:32: Sie haben auch Russland angesprochen und quasi die nicht existierende Rolle Russlands in diesem Gemänge wie er sich jetzt darstellt.
00:39:41: Russland darf aber wieder Öl verkaufen.
00:39:43: also ist vielleicht Russland doch ein... Kriegsgewinner, wenn man so sagen will.
00:39:48: Russler ist bestimmt ein finanzieller Kriegsgewinnler aber ich glaube kein Politischer ehrlich gesagt weil das hat man ja auch schon interessanterweise in Venezuela gesehen.
00:39:59: Das muss ja auch ein böses Erwachen für Maduro gewesen sein wie wenig ihm eigentlich die Freundschaft zu Russland nützt.
00:40:10: und jetzt Ja, Russland stilisiert sich als Gegendenkrieg.
00:40:15: Aber die Verurteilungen waren auch irgendwie so.
00:40:19: Auch China war nicht sehr stark und wie gesagt auch die iranischen Golfstaaten, die ja eben ihren Verbindungen zum Oscar treu geblieben sind trotz des Ukraine-Kriegs und trotz Druck aus dem Westen fragen sich halt jetzt auch, wie viele ihnen die guten Beziehungen zu Moskau überhaupt nützen.
00:40:39: Übrigens Errakci der iranische Außenminister ist nach dem Oman noch nach Moskauer gefahren.
00:40:47: Also Moskow ist natürlich auch drinnen im Gespräch.
00:40:50: also das ist ganz klar.
00:40:51: Wie sollte denn Europa jetzt reagieren?
00:40:54: Was kann Europa tun?
00:40:56: Das, was ich vorher gesagt habe über regionale Sicherheitsstrukturen und eben neue Konstellationen von Sicherheit das könnte schon auch eine Chance für Europa sein.
00:41:08: Also ich glaube schon dass die Präsenz der Golfdaten beim Gipfel in Zypern gezeigt hat, dass man miteinander redet also wirklich mit Europa auch reden will und natürlich umgekehrt auch.
00:41:23: Und dann mache ich aufmerksam auf diese Reise von Selensky in die Golfstaaten, der ja plötzlich steht ja da als Exporteur von Technologie oder eben der Abwehr von Drohnen ganz wichtig.
00:41:38: Das ist schon eine unerwartete Wendung dieses Kriegs.
00:41:45: der natürlich vor allem Geld braucht vom Golf, aber da auch wirklich etwas zu bieten hat.
00:41:51: Geld gegen Kriegsmaterial quasi im umgekehrten
00:41:55: Sinn?
00:41:55: Ja oder nicht nur Material sondern auch Technologie-Wissen!
00:42:01: Wie kannst du denn jetzt dem Nahen Osten weitergehen?
00:42:03: was wäre das Best Case Szenario und das Worst Case Scenario?
00:42:09: Auch zum Worst case gibt es natürlich verschiedene Meinungen.
00:42:13: manche meinen schon dass wieder eine Fortführung dieser Situation und das Ganze einfrieren und weiter so behalten, wie es ist.
00:42:24: Worstcase wäre übrigens auch Menschen im Iran die noch immer an den Krieg glauben.
00:42:32: also ich glaube jetzt sind schon weniger als zu Anfang weil wir haben vielleicht auch gedacht dass das schnell gehen kann und wenn Krieg ist dann sieht das natürlich wieder anders aus.
00:42:43: Aber ich glaube schon, dass manche Angst haben einfach mit einem noch aggressiveren Iran alleine gelassen zu werden.
00:42:52: Und weil ich gesagt habe, ich glaube nicht das vom iranischen Atomprogramm jetzt akut eine Gefahr ausgeht.
00:43:00: aber ich glaube auch, dass Atomwaffen wenn diese Situation so an erhält in Zukunft eine Rolle spielen könnten, nämlich auch die anderen Staaten, die in Frage kommen und können sich in diese Richtung bewegen.
00:43:16: Ja das beste Szenario!
00:43:19: Das ist schwer zu sagen.
00:43:21: Ich meine ich habe schon Angst was die Folgen dieses Kriegs wenn er noch weiter anhält für die ganze Welt bedeutet und eben auch für uns in Europa.
00:43:29: also wir werden in vielerlei Hinsicht spüren.
00:43:34: Ein
00:43:34: Zurück zum Vorher gibt es nicht?
00:43:36: Ein Zuruck zum Vor her gibt's nicht und wirkliche Lösungen gibt auch nicht, das gibt nur Kompromisse und den Versuch diesen Krieg zu beenden mit einer Sicherheitsarchitektur die für alle sinnvoll und ja sicher ist.
00:44:01: Wir müssen uns schon klar sein, auch für die Iraner und Iranerinnen im Iran ist das natürlich eine schmerzhafte Lösung.
00:44:12: Also die, die eben einen Regime wechsel wollten.
00:44:16: Sehen
00:44:16: Sie irgendwo die Möglichkeit dass mit diesen Angriffen der Israelis und der Amerikaner ein Regimewechsel kommen könnte?
00:44:25: Man kann glaube ich ein Regime nicht aus der Luft wegbomben, aber es waren ja zum Teil sogar Boden-Operationen oder Operationen von Special Commands und so weiter im Gespräch.
00:44:36: Aber auch da – also einen Regimewechsel oder ein Regimsturz ist ja überhaupt noch kein neues Regime!
00:44:44: Also erstens einmal wer setzt sich durch?
00:44:47: In dem Fall wahrscheinlich wieder noch schlimmere Hardliner.
00:44:50: Und was im Iran auch drohen könnte, ist wirklich eine ganz lange Zeit von wirklich internen Aufständen und Kämpfen also bis hin zu einem langen Bürgerkrieg.
00:45:04: Dass wir da wirklich eine total destabilisierte Region auf Jahre hinauf haben.
00:45:10: Also die Vorstellung das Regime im Iran ist Geschichte und jetzt kommt ein neuer freier Iran Das ist eine Illusion
00:45:20: Aber das hat eigentlich noch nie funktioniert.
00:45:22: Ich meine, wir sollten schon auch ein bisschen die Lektionen des Irak-Kriegs- in den Jahr two to three anschauen, wo der Krieg wirklich gewonnen wurde eindeutig.
00:45:32: und trotzdem war es so schwierig... viel kleineren Land, auch geografisch einfacheren Land.
00:45:38: Meist sehr flach und trotzdem übrigens der Irak, der hat sich wirklich gerade jetzt also gute zwanzig Jahre nach dem Krieg angefangen wenigstens sicherheitsmäßig zu stabilisieren.
00:45:51: Und das ist jetzt auch alles wieder in Frage gestellt.
00:45:54: Gut, Ronhaber!
00:45:55: Herzlichen Dank für dieses Gespräch, dieses wirklich spannende Gespräch.
00:45:59: Gerne, danke schön
00:46:00: Und vielen Dank auch an Sie, die Sie dabei waren bis zum Schluss.
00:46:06: Die aktuelle Lage zeigt ja einmal mehr wie eng die Entwicklungen im Nahen Osten mit globaler Machtpolitik, mit wirtschaftlicher Stabilität und letztlich auch mit unserem Alltag verbunden sind.
00:46:17: Wir bleiben jedenfalls dran und berichten weiter!
00:46:21: Abonnieren sie doch unseren Kanal um keine weitere Folge mehr zu verpassen.
00:46:26: Alles Gute und Bis bald.
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