Steckt Deutschland in der Vergangenheit fest, während China allen davonfährt?
Shownotes
Deutschlands Autoindustrie steht vor einem Strukturwandel, der weit über den Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto hinausgeht. China und die USA haben rund um Batterie, Software und künstliche Intelligenz eine neue Generation von Autobauern geschaffen. Kann Europa technologisch noch aufholen – oder droht es zur Werkbank Chinas zu werden?
Autoexperte Philipp Raasch sieht vor allem die Software-Transformation als entscheidenden Wendepunkt. Während traditionelle Autobauer über Jahrzehnte ihre bestehenden Modelle optimiert haben, greifen junge Unternehmen mit softwaredefinierten Fahrzeugen, kürzeren Entwicklungszeiten und neuen Geschäftsmodellen an.
China hat gleichzeitig ein starkes Ökosystem für Batterie, Software und KI aufgebaut. Hersteller können Fahrzeuge dadurch schneller entwickeln und wichtige Technologien selbst kontrollieren. Für europäische Autobauer entsteht damit eine gefährliche Abhängigkeit: Wer zentrale Bestandteile seines Produkts zukaufen muss, könnte langfristig austauschbar werden.
Auch autonomes Fahren beschleunigt den Wandel. Robotaxis sind laut Raasch in China und den USA bereits auf dem Vormarsch, während Europa vor allem durch regulatorische Entscheidungen gebremst wird. Besonders hart trifft die Transformation außerdem die deutsche und österreichische Zulieferindustrie, deren Geschäftsmodelle teilweise noch stark am Verbrennungsmotor hängen.
Für Raasch führt deshalb kein Weg an technologischer Souveränität vorbei: Europa muss eigene Kompetenzen bei Batterie, Software und KI aufbauen und bessere Bedingungen für neue Unternehmen schaffen. Sonst könnten Wertschöpfung, Innovation und hochwertige Arbeitsplätze zunehmend abwandern.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wir haben es nicht geschafft Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Softwareunternehmen die Autos bauen in Europa entstehen.
00:00:16: Wie gefährlich ist China für Deutschland?
00:00:17: Definitiv sehr, sehr gefährlich.
00:00:19: Viele dieser chinesischen Automobilhersteller beherrschen einfach die werttreibenden Technologien.
00:00:24: Batterie, Software, künstliche Intelligenz... Wenn ich jetzt ein europäischer Automobil-Hersteller bin und ich beherrsche diese drei Technologienen nicht, dann werde ich irgendwann austauschbar!
00:00:34: Wir sehen gerade eine Situation, dass ein Volkswagen, ein Bosch also die größten europäischen Automobilunternehmen ihre allerwertvollsten Entwicklungsjobs für die neuesten Technologin Nach China-Verlagern.
00:00:46: in Zukunft wird wahrscheinlich automobiler Hochtechnologie in China entwickelt und in Europa dann nur noch zusammengebaut.
00:00:54: Und Europa ist die Werkbank Chinas!
00:00:59: Die Autoindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel, der Druck aus China wächst.
00:01:04: Wird die deutsche Autoprausch auch in zehn Jahren den Trakt vorgeben können?
00:01:09: Das alles betrifft natürlich auch Österreich – wir sind ein wichtiges Zulieferland.
00:01:14: Zu Gast bei Lukat heute ist der Autorexperte Philipp Raasch.
00:01:17: Er hat lange für Mercedes gearbeitet, ist seit ein paar Jahren selbstständig um wie er selbst sagt öffentlich zu sagen was viele in der Branche denken aber nicht sagen können!
00:01:27: Ich bin gespannt und herzlich willkommen Philipp Raassch zugeschaltet aus Stuttgart.
00:01:33: Herzlichen Dank für die Einladung.
00:01:34: ich freue mich dabei zu sein.
00:01:36: Ja wie ernst ist Denn die Lage?
00:01:39: steht die deutsche Industrie tatsächlich vor einem historischen Durchbruch oder ist die Krise doch vielleicht ein bisschen übertrieben, wie schaut es aus?
00:01:49: Die Lage ist definitiv sehr ernst.
00:01:51: Es ist nicht nur ein zyklischer Umbruch sondern es ist wirklich ein Strukturwandel den wir gerade erleben weil ich beschreibe es immer so technologische Wellen, die mehr oder weniger gleichzeitig in der Automobilindustrie passieren.
00:02:06: Wir haben natürlich und ich glaube das kann jeder am allerbesten nachvollziehen wir haben natürlich den Wechsel in der Antriebsart also wir haben diesen Shift vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität der dazu noch quasi mit ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten je nachdem in welchen Markt man schaut auf der Welt vonstatten geht.
00:02:24: aber dann haben wir nochmal zwei zusätzliche Transformationen und halt in der Gesamtheit trifft uns es Und das ist nämlich die Software-Transformation.
00:02:33: Wir erleben gerade in der Automobilindustrie sowas, was schon eigentlich ganz viele Industrien vor uns erlebt haben – also sei es jetzt die Reisebranche oder sei es der Einzelhandel oder sei's ja des Mobiltelefonen.
00:02:46: wir erleben nämlich die Softwirtransformation diese Transformation dass das Produktauto mehr und mehr durch die Software definiert wird und nicht mehr durch Die Mechanik wie es halt früher war.
00:02:55: und die dritte Welle ist entsprechend die KI-Transformation Und das ist gerade quasi hier... was gerade ganz akut passiert, nämlich dass wir so ein Wechsel erleben dahingehend das Autos mehr und mehr selbst fahren.
00:03:10: Und gar nicht mehr durch den Menschen gesteuert werden.
00:03:12: Diese drei Transformationen brechen quasi gleichzeitig über uns herein.
00:03:18: Das macht uns halt das Leben ganz schwer weil wir als europäische und insbesondere deutsche Autoindustrie eine lange Geschichte haben.
00:03:26: Wir haben eigentlich ganz lang gelernt wie dieses Produkt Auto zu sein hat.
00:03:32: Und jetzt auf einmal ändern sich alle Vorzeichen gleichzeitig und die maßgeblichen Technologien, die den Wert des Produktautos ausmachen.
00:03:41: Da zieht uns gerade jemand so den Teppich unter den Füßen weg und das sind jetzt ganz andere auf einmal.
00:03:47: Deswegen ist es ein Strukturwandel!
00:03:50: Was ist denn da schief gelaufen?
00:03:52: Zu spät reagiert haben wir zu hohe Kosten in Europa.
00:03:56: was ist denn der Hauptgrund?
00:03:57: wenn wir einen Hauptgrund isolieren können Was heißt zu spät reagiert?
00:04:02: Also es sind natürlich ganz, ganz viele Parameter die auf uns herein brechen.
00:04:07: Aber letztendlich lässt sich alles runterbrechen auf diese Software-Transformation.
00:04:13: Es gibt diesen Venture Capitalist aus den USA der heißt Mark Andriesen.
00:04:18: Der hat vor fünfzehn Jahren so ein Blogartikel geschrieben.
00:04:21: Da wurde dann so ein bisschen zur These des ganzen Jahrzehnts.
00:04:24: der hat nämlich Die Überschrift gehabt software is eating the world.
00:04:29: und was wir dann ist in den letzten fünfzehn Jahren erlebt haben, ist ja das eine Branche nach der anderen von dieser Softwarewelle erfasst wurde und dass es dann meistens immer so war.
00:04:38: Wir hatten so eine etablierte Branche mit klaren Regeln die sehr stabil waren, mit Marktführern, die global erfolgreich waren und dann kamen auf einmal Newcomer.
00:04:47: Dann sind so Startups entstanden, das waren maßgeblich Softwareunternehmen, die diese etablierten Geschäftsmodelle angegriffen haben Mindset.
00:04:59: Und wir haben in der Automobilindustrie ganz lange gedacht so, ja das trifft vielleicht andere Branchen, das trifst vielleicht Mobiltelefone, das trifft vielleicht irgendwie den Handel von Büchern und so weiter und sofort.
00:05:13: aber in der Automobilindustrie sind wir ein bisschen erhaben darüber weil Diese ausgetüftelte Maschine, diese perfekte Maschinen.
00:05:22: Und Software ist da eigentlich gar nicht so wichtig und das war ein bisschen die Fallschirrannahme.
00:05:27: weil jetzt sind wir gerade mitten in der Situation dass uns jetzt als Automobilindustrie dieses Softwarewelle erfasst hat.
00:05:35: Es wird ja häufig so ein bisschen geframed, dass es irgendwie eine Herausforderung ist, ist der Kampf Europa gegen China oder deutsche Automobileindustrie gegen chinesische Auto... Industrie, das ist gar nicht der Fall.
00:05:50: Wie man sehen muss, ist eigentlich eher etablierte Automobilindustrie gegen neue Automobilindustrie und es gibt halt Maschinenbauer oder Softwareunternehmen.
00:05:59: Und zu wenig – wenn ich sage wir meine jetzt die deutsche Autoindustrie, die europäische Autoindustrie ganz gesamt auch – zu wenig innovativ?
00:06:07: Und die Innovation anderen überlassen?
00:06:11: Es gibt in den Wirtschaftswissenschaften diesen Begriff Innovators Dilemma.
00:06:15: Der bedeutet, wenn ich der Marktführer bin in einer Branche dann bin ich selten derjenige der das Produkt quasi komplett neu erfindet und quasi das Produkt einführt dass mein Kernprodukt ablöst.
00:06:28: Das ist eigentlich in allen Branchen, die die Softwarewelle erfasst hat passiert.
00:06:32: Es waren meistens nicht die etablierten Player, die nachdem die Softwarewelle dann durch war den Markt noch beherrscht haben sondern es waren eigentlich immer die Newcomer also die jungen Wilden mit software definierten Geschäftsmodellen den Markt aufgerollt haben und dann quasi das Produkt und das Geschäfts-Modell neu erfunden haben.
00:06:50: Und genau das sehen wir gerade in der Automobilindustrie auch so ein bisschen.
00:06:54: Viel wird auch über die Kostenstruktur diskutiert.
00:06:56: Sind wir in Europa zu teuer?
00:07:02: Also da kann man auf jeden Fall ein Jahr druntersetzen.
00:07:05: Wir haben hohe Standoutkosten, wir haben hoher Arbeitskosten.
00:07:08: Nichtsdestotrotz... Ich würde es wieder runterbrechen auf den Kampf zwischen etablierte Automobilindustrie und neue Automobilindustrie.
00:07:16: was unser Problem in Europa ist das in den USA und China ist eine neue Automobil Industrie entstanden.
00:07:22: also dass sind Startups Software Unternehmen entstanden wie zum Beispiel Tesla, Rivian, Li Auto, Xiaoping so diese ganz die in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind und als neue Autobauer auf dem Markt gekommen sind.
00:07:37: In Europa nicht passiert und das ist unser großes Problem.
00:07:40: Wir haben es nicht geschafft Rahmenbedingungen zu schaffen, dass neue Unternehmen Software-Unternehmen die Autos bauen in Europa entstehen.
00:07:47: Die sind alle in China entstanden und in den USA entstanden Und das ist der Punkt wo wir uns an die eigene Nase fassen müssen Dass wir nicht die Rahmenbedigungen geschafft haben Das Software und KI basierte Geschäftsmodelle in Europa entstehen können.
00:08:02: Und da kommt es gar nicht so auf die Kostenstruktur an, also im Silicon Valley entstehen ganz viele Start-ups und die haben wahrscheinlich eine höhere Personalkostenstruktur als Deutschland oder Österreich und trotzdem entstehen diese neuen Geschäftsmodelle dort.
00:08:17: Also das würde ich nicht durchgehen lassen dass es an den Kosten liegt.
00:08:22: Sehen Sie auch Fehler im Management?
00:08:25: Es gibt ... hundertprozentig gibt es Fehler im management dahingehend, dass man und aber das ist in allen Branchen passiert.
00:08:34: Die die Softwarewelle erfasst hat also jede Branche, die die Softwarewelle erfasst haben kämpft erst mal mit Beharrungskräften.
00:08:41: Also man hat ja eine Erfolgsmodell.
00:08:42: Man hat ein Geschäftsmodell, man hat einen Modell wie man arbeitet, wie man Produkte entwickelt oder wie man denkt.
00:08:48: und damit war man Jahrzehnte aus Sicht der deutschen Automobilindustrie sogar Jahrhunderte erfolgreich sehr, sehr erfolgreich.
00:08:55: Und es ging immer nur darum bisschen günstiger werden, ein bisschen effizienter zu werden und eigentlich das eigene Erfolgsmodell replizierbar zu machen und günstiger und effizienter zu machen.
00:09:06: Und jetzt auf einmal dreht sich halt quasi um hundert-achtzig Grad worum es eigentlich geht und die Definition dessen was das Produktauto ist verändert sich komplett.
00:09:17: das heißt auf einmal geht es nicht mehr ums optimieren sondern es geht darum, sich neu zu erfinden ganz neue Kompetenzen zu lernen und anders zu denken.
00:09:26: Und da tut sich natürlich so eine bestehende Organisation schwer weil man muss gewachsene Strukturen, man muss Gewachsenesdenken, Organisationen ändern.
00:09:38: ich beschreibe das immer mit dem großen Dampfer der halt einen großen Wendekreis hat.
00:09:42: Wenn ich jetzt quasi so einen Volkswagen Dampfer durch die stürmischen Meere steuere und neben mir fahren halt so kleine Schnellboote, die gerade ganz frisch gegründet wurden und Organisationen bauen, die extra darauf ausgelegt sind Software-und KI zu entwickeln.
00:09:58: Und ich muss meine alte Organisation, die darauf ausgelegtes Maschinen perfekt zu bauen auch dahin entwickeln, Software und KI zu entwickeln dann kann man sich vorstellen dass das für den großen Dampf relativ schwer ist, damit zu halten mit den kleinen Speedboats.
00:10:14: Aber die Autoindustrie verdient ja immer noch sehr viel Geld?
00:10:18: Wo sind denn die Stärken der deutschen, der europäischen Autoindustrie?
00:10:22: Unsere Stärkung sind ganz klar ist die Marke und das Vertrauen.
00:10:26: also wir haben weltweit große große marken die auch fast in jedem mark der welt bekannt sind und da auch quasi mit vertrauen und status verbunden werden.
00:10:38: allerdings ich beschreibe das immer mit porzellan porzellen ist sehr wertvoll und gleichzeitig sehr sehr brechlich soll heißen.
00:10:46: Unsere marken sind es wertvollste dass wir haben.
00:10:49: aber es ist halt man kann Es braucht sehr lang, um diese Strahlkraft der Marken aufzubauen.
00:10:56: Es kann aber unter Umständen auch schnell gehen, diese Strahlkraft kaputt zu machen.
00:11:03: Wenn ich jetzt sage, ich hänge zehn Jahre technologisch zurück und werde links und rechts von günstigeren Startups überholt die auf einmal viel innovativer und gleichzeitig günstig sind dann lässt natürlich irgendwann auch dieser Strahl Kraft und der Effekt der Marke nach holen, bauen halt den Markenwert auf und dann ist es irgendwann nichts mehr wert.
00:11:24: Deswegen das ist unser größtes Esselt und wir müssen gut aufpassen dass das nicht verloren geht.
00:11:30: Kommen wir zum großen Thema China.
00:11:33: China war einmal der wichtigste Wachstumsmarkt für deutsche Autos, das war der wichtigsten Absatzmarkt für Deutsche Autos.
00:11:41: Das war einmal.
00:11:42: China ist inzwischen zum Konkurrenten geworden, zum gefährlichen Konkurrenzen.
00:11:46: wie gefährlich ist China für Deutschland?
00:11:48: Definitiv sehr gefährlich, weil sie es eben geschafft haben Rahmenbedingungen zu schaffen das neue Unternehmen dort entstehen.
00:11:57: Da muss man auch aufpassen, in China gibt es zwei Autoindustrie.
00:12:00: Es gibt die etablierte Automobilindustrie, das sind Unternehmen, die's schon ganz lange gibt.
00:12:04: Die kämpfen genauso mit der Transformation und deren Geschäftsmodelle werden genauso von diesen software-definierten Newcomern angegriffen.
00:12:12: Und dann gibt es die neue Generation an Automobilherstellern.
00:12:16: Das sind die über die wir halt die ganze Zeit reden entsprechend, die so schnell oder jung sind, die Software definiert sind.
00:12:26: In China haben sie es eben geschafft, Rahmenbedingungen zu schaffen.
00:12:29: Dass Geschäftsmodelle für die automobilen Zukunftstechnologien dort einfach entstehen können.
00:12:35: Sie haben halt ein perfektes Ökosystem geschaffen dass dort eine Batterielieferkette entsteht das dort Start-ups entstehen rund um die Batterie entsprechend Das dort Softwareunternehmen entstehen und das dort KI entsteht.
00:12:47: Und diese drei Technologien, Batteriesoftware künstliche Intelligenz Die machen in Zukunft bis zu des Wertes eines Autos aus.
00:12:57: Und das heißt, wenn ich den Rahm schaffe und das Ökosystem schaffe, dass dort ganz viele Unternehmen und harter Wettbewerb entsteht genau um diese Zukunftstechnologien dann schaff' ich es halt auch quasi ja Unternehmen mehr oder weniger zu züchten die wirklich am Weltmarkt Bestand haben und als Technologieführer wahrgenommen werden.
00:13:17: und genau das sehen wir halt.
00:13:18: und das hat China geschafft.
00:13:19: Sie haben das sehr strategisch gemacht vor zwanzig Jahren angefangen wirklich viel Geld in die Hand genommen Es waren industriepolitische Agenda, wo dann in den fünfzehn Jahren drauf über zweihundertdreißig Milliarden Euro entsprechend in den Aufbau allein der Lieferkette rund um die Batterie geflossen sind.
00:13:38: Und so haben sie es halt geschafft entsprechend eine Industrie aufzubauen und den Westen bzw.
00:13:45: etablierte Automobilindustrie quasi zu überspringen, weil sie einfach den Verbrennungsmotor erst mal außen vorgelassen haben.
00:13:53: Da haben Sie sich halt gesagt okay im Verbrennungsmotor da können wir nicht mithalten.
00:13:56: also das ist halt der Burggraben quasi der deutschen Automobil Industrie aber auch der Verbrennerländer wie zum Beispiel Korea oder Japan aufzuholen ist sehr schwer und sie haben sich halt gefragt was kommt denn eigentlich nach dem Verbrenningsmotor?
00:14:10: Da kommt die Batterie, da kommt das Elektroauto.
00:14:13: Da hat nämlich damals dann auch Elon Musk in den USA Tesla gegründet und damit so quasi das Playbook geliefert für die chinesische Automobilindustrie.
00:14:24: Die haben sich quasi einfach abgeschaut, was macht Tesla?
00:14:28: Wie macht es Tesla?
00:14:29: Und haben das maßgeblich skaliert und in die Masse gebracht und perfektioniert.
00:14:34: Wenn ich mir jetzt kinesische Autos anschaue, sind diese sehr viel billiger.
00:14:39: Wie groß ist denn der Kostenvorteil?
00:14:43: Ja, da gibt es unterschiedliche Werte.
00:14:47: Es schwankt so zwischen dreißig und fünfzig Prozent, sagt man, wo die Chinesen entsprechend günstiger produzieren können sind es mehrere Gründe, warum die Chinesen das schaffen günstiger zu sein.
00:15:01: Ein Hauptgrund ist dass sie einfach viel viel schneller sind und das liegt wiederum oder das hängt damit zusammen, dass Sie halt einfach viele jüngere Organisation haben.
00:15:11: Da vergleiche ich wieder den großen Dampfer, den ich vorher genannt habe mit dem Schnellboot.
00:15:15: also wenn ich einfach in den letzten zehn Jahren erst mein Unternehmen gegründet hab dann habe ich eine viel kleinere und viel agilere und schlagkräftigere Organisation als wenn große über hundert Jahre gewachsene Organisation mit Hunderttausenden Menschen und Zickhierarchie-Ebenen habe.
00:15:32: Und da schaffen es die Chinesen einfach viel, viel schneller zu agieren, schneller zu entscheiden, schneller Einfach.
00:15:40: ein Beispiel in der Vergangenheit war unser Automobilmodell oder Entwicklungsmodell.
00:15:44: In Deutschland, dass wir so vier fünf Jahre gebraucht haben von der ersten Skizze bis ein Auto dann beim Händler zu kaufen war also der Fahrzeug-Entwicklungsprozess.
00:15:54: die Chinesen schaffen das mittlerweile im Benchmark.
00:15:57: zwischen brauchen die zwischen neun und zwölf Monaten von der erste Skizse bis so'n Fahrzeug dann Beim händler steht.
00:16:04: und allein so dieser also allein dass sie viel viel schneller sind nimmt ja ganz, ganz viele Kosten einfach am Ende raus.
00:16:12: und ein großer Punkt der noch dazu kommt.
00:16:15: Da sprechen wir in der Industrie von vertikaler Integration dass viele dieser chinesischen Automobilhersteller die beherrschen einfach die werttreibenden Technologien also Batterie Software-Künstliche Intelligenz.
00:16:28: Wenn ich jetzt ein europäischer Automobilhersteller bin und ich beherrsche diese drei Technologien nicht, dann muss ich unter Umständen achtzig Prozent des Wertes meines Autos bei Zulieferern einkaufen die natürlich noch meine Marge obendrauf schlagen gegenüber und bin da natürlich im Wettbewerb mit Playern, die diese Technologinen einfach selbst in Haus entwickeln und diese Marge nicht bezahlen müssen und können dann einfach günstiger dieses Endprodukt anbieten.
00:16:54: Ist das der Weg der Zukunft, alles im Haus produzieren?
00:17:00: Ich glaube da ist es noch offen.
00:17:02: Also in welche Richtung sich das entwickelt.
00:17:04: ich glaube diese jetzt erstmal die nächsten zehn Jahre werden diese beiden Modelle auf jeden Fall koexistieren.
00:17:09: also Es gibt Autobauer die fahren des europäische modell Das model der sogenannten integratoren als autohersteller mache eigentlich gar nicht so viel.
00:17:18: selbst also volkswagen hat nur eine Wertschöpfungstiefe von so dreißig Prozent, die sie selbst machen.
00:17:23: Der Rest wird zugekauft von Zulieferern.
00:17:28: und dann gibt es halt Automobilhersteller, die machen ganz viel selbst wie zum Beispiel Tesla, die ihre eigenen Computerchips entwickeln, die ihrer eigenen Batteriezellen entwickeln ,die ihre eigene Software- und Elektronikarchitektur entwickeln oder BYD, die sogar eigentlich mal ein Batteriehersteller waren und dann sich überlegt haben okay die Batterie macht ja vierzig Prozent des Wertes eines Autos aus.
00:17:52: Wir können uns jetzt überlegen treten wir als Zulieferer aufs und liefern diese Batterien an Volkswagen Mercedes und BMW?
00:18:00: Oder schaffen wir es diese sechzig Prozent einfach auch noch drum herum zu bauen um die Batteries und bauen das Auto selber?
00:18:08: BYU hat sich dafür entschieden, das Auto selber zu bauen und hat gesagt für uns als Batteriehersteller ist es leichter das Auto noch um die Batterie zu bauen.
00:18:16: Als für Volkswagen die Batteries zu bauen – und das Auto haben sie ja schon!
00:18:22: Deutsche Hersteller reagieren inzwischen aber auch mit Technologiepartnerschaften?
00:18:27: Mit China?
00:18:27: Ist das ein guter Weg?
00:18:29: Ist strategisch richtig?
00:18:34: Also vielleicht zweigeteilte Antwort, strategisch richtig?
00:18:36: Wahrscheinlich schon ein guter Weg.
00:18:38: Nein!
00:18:38: Es wäre natürlich besser wenn man unabhängig wär.
00:18:42: Wenn ich zu lange abhängig bin bei meinen Kerntechnologien die mein Produkt ausmachen dann werde ich irgendwann austauschbar.
00:18:52: Bestes Beispiel ist halt BYUD.
00:18:54: Also BYD hat sich gedacht, soll ich jetzt die Batterie weiterhin an die deutschen Autohersteller liefern oder soll ich einfach Autos selber bauen und damit sehr erfolgreich werden?
00:19:03: Was wir ja gerade sehen.
00:19:04: BYD marschiert ja so gerade zumindest gefühlt ein bisschen global durch.
00:19:09: Und wenn ich lange genug abhängig bin von den Kerntechnologien, von der Batterie, vom Software, von künstlicher Intelligenz dann werde ich halt austauschbar weil dann können meine Zuliefererbetriebe vielleicht sich irgendwann sagen okay warum Liefer ich eigentlich diese Technologien die ganze Zeit nach Europa und nach Deutschland.
00:19:27: Und bau das Produkt nicht einfach selber, und liefer dann das fertige Produkt nur noch nach Europa oder Deutschland.
00:19:33: Das ist halt die große Gefahr.
00:19:35: Deutschland hat eigentlich – oder Europa hat ein doppeltes Problem.
00:19:39: Einerseits können wir nicht mehr so viel exportieren in den chinesischen Markt, andererseits die Chinesen drängern in den europäischen Markt, richtig?
00:19:49: Die Chinesens haben einen ganz großen Expansionsdruck weil der der der Preiskampf in China immer immer härter wird.
00:19:55: Das hängt das eigentlich.
00:19:56: eine geplante Phase, also Chinas Playbook wie sie solche Industrien aufbauen läuft eigentlich immer nach demselben Muster ab.
00:20:03: vereinfacht gesagt Der Start pumpt ganz viel Geld und Subventionen in den Markt so dass ganz viele Unternehmen die ganze Lieferkette.
00:20:10: dort entsteht unten harter Wettbewerb und ein Überangebot.
00:20:13: Das macht man nicht aus Spaß an der Freude sondern mit einem ganz klaren Ziel Man will halt Weltmarktführer züchten.
00:20:21: entsprechend So mit diesem Playbook sind eben Unternehmen wie BYD oder CATL entstanden, also heute so der größte Elektroautobauer der Welt und der größten Batteriehersteller der Welt.
00:20:32: Und das hat aber natürlich den ich sage jetzt mal in Anführungsstrichen negativen Effekt dass irgendwann eine Phase in diesen Ablauf kommt die nennen wir Survival of the fittest wo quasi die schwachen Player aussortiert werden.
00:20:47: Um nicht aussortiert zu werden, musst du in die ganze Welt expandieren.
00:20:52: Weil du hast ja ein riesiges Überangebot im Heimatmarkt.
00:20:56: und um dieses Überangebot loszuwerden gibt es nur einen Ventil und das nennt sich Export.
00:21:01: Und deswegen exportieren diese chinesischen Automobilhersteller gerade gleichzeitig so ziemlich in alle Länder der Welt mit Ausnahme der USA, die ihren Markt eben ganz hart abgeschottet haben.
00:21:17: der wird gerade mehr oder weniger als Exportziel von der chinesischen Automobilindustrie entsprechend gerne dankend angenommen.
00:21:27: Sie haben vorher genannt, als stärkender der deutschen Autoindustrie auch Vertrauen in die Marke.
00:21:34: kann das auch in Zukunft ein wesentlicher Faktor sein fürs Überleben der deutschen Autorindustrie, sagen wir mal so gegen die chinesische Konkurrenz?
00:21:44: Ja mit dem Disclaimer oder dem kleinen Sternchen, den ich halt vorher nannte.
00:21:49: Man muss dieses Vertrauen sehr behutsam pflegen und behandeln und es kann halt sehr leicht gebrochen werden und kaputt gehen.
00:21:57: wenn ich dieses Vertrauen in deutsche Ingenieurskunst, in deutschen Autos das hing ja auch immer damit zusammen dass wir auf globaler Ebene als deutsche Automobilindustrie, auch als Technologieführer wahrgenommen wurden.
00:22:14: Also wenn ich ein deutsches Auto gekauft habe dann konnte ich mir immer sicher sein hey das ist wirklich... im Automotive ist das High-Tech.
00:22:21: Also da kommt die neuste Technologie immer aus Deutschland und da waren wir auch, war unser gesamtes Industriemodell in Deutschland ja auch drauf ausgelegt dass wir es wirklich schaffen quasi so diese gesamte Lieferkette bei uns in Deutschland eng konzentriert zusammenzuhalten.
00:22:35: Hersteller, Zulieferer Forschung politische Unterstützung Subventionen Das war alles quasi ein aufeinander abgestimmtes Modell um in Deutschland High Tech zu entwickeln und dann erfolgreich in die ganze Welt.
00:22:49: Jetzt ist es halt so, dass wir bei den automobilen Zukunftstechnologien dieses Ökosystem eben nicht mehr haben in Deutschland.
00:22:56: Und gleichzeitig bedeutet das natürlich auch für deutsche Automobilehersteller, dass sie mehr und mehr diesen Status als Technologieführer verlieren weil keiner würde wahrscheinlich jetzt uns zustimmen, dass Mercedes und BMW was der Smart Car oder das Software definierte Auto angeht die globalen Technologieführer sind, da würden wir eher wahrscheinlich so an US-amerikanische oder chinesische Unternehmen denken.
00:23:23: Und genau das ist halt die Gefahr.
00:23:24: also wenn ich lange genug nicht mehr als Technologieführer wahrgenommen werde dann könnte dieses Vertrauen in die Marke auch irgendwann erodieren und an Wert verlieren Wie das Auto der Zukunft aussieht oder aussehen sollte, um erfolgreich zu sein.
00:23:42: Das haben Sie schon skizziert?
00:23:43: Welche Rolle hat ein autonomes Fahren dabei?
00:23:46: Wo stehen wir denn da?
00:23:48: Das ist gerade so ein bisschen die dritte technologische Welle, die wir gerade erleben.
00:23:53: Maßgeblich getrieben von Unternehmen in den USA aber auch in China.
00:23:59: Dass halt mehr und mehr wie diesen Shift erleben dass das Auto sich hin entwickelt zu einer Maschine wo wir vorne drin sitzen und selber lenken, selber steuern, selber fahren zu einer selbstfahrenden Maschine.
00:24:12: Und diese Schritte hinzu einer selbst fahrende Maschine.
00:24:16: Die gehen so Schritt für Schritt.
00:24:18: Wir sehen da zwei Geschäftsmodelle, wir sehen einmal das Geschäfts-Modell der Robotaxis.
00:24:22: die fahren schon im großen Stil wirklich ohne Fahrer.
00:24:26: Das sei zum Beispiel Waymo genannt eine Tochter oder ein Tochterunternehmen von Alphabet bzw.
00:24:32: von Google.
00:24:33: Die sind inzwischen laut ihrer Venture Bewertung und der letzten Finanzierungsrunde, die sie eingesammelt haben ungefähr so viel Wert.
00:24:42: also nur diese Google Tochter, die entsprechend eine KI entwickelt, die Autos steuern sind inzwischen so viel Wert wie alle drei großen deutschen Autokonzerne kombiniert zusammen.
00:24:54: Also da sieht man einfach quasi diese Zukunftstechnologien, die werden richtig hoch bewertet und Waymo macht inzwischen ich glaube also gibt es immer wieder neue Meldungen aber die machen fünfhunderttausend bezahlte Fahrten pro Woche.
00:25:08: Die fahren wirklich im großen Stil schon und lösen quasi das Taxi ab.
00:25:12: Dasselbe passiert auch in China dass dort quasi robotaxis robo shuttles robo liefer service einfach immer größer wird also selbst fahrende autos quasi die.
00:25:26: gewerblich unterwegs sind.
00:25:28: Und dann übertragen auf den privaten Sektor, da reden wir vom selbst fahrenden privaten Auto.
00:25:34: Da geht es so in Schritten voran!
00:25:37: Wir reden immer von diesen Leveln des autonomen Fans, da gibt's halt so Level zwei, Level drei, Level vier... Beim Level vier reden wir von Robotaxi, das braucht auch kein Fahrer mehr am Fahrersitz sitzen.
00:25:50: und bei Level zwei und drei reden wir es von sogenannten Fahrassistenzsystemen.
00:25:55: Beim Privatfahrzeug sind wir jetzt gerade so bei Level zwei und bei Level drei.
00:26:00: Wir reden also von Fahrassistenzsystemen, von Systemen die den Fahrer unterstützen wo ich aber durchaus noch auf dem Fahrer sitzen muss und die Augen offen halten sollte.
00:26:12: Aber mein Auto mich halt unterstützt und in bestimmten Situationen auch schon autonom
00:26:16: fährt.".
00:26:17: Da gibt es aber dann noch den Faktor Spaß am Autofahren!
00:26:21: Der ist bei diesen Modellen, bei den privaten Autos immer noch da.
00:26:27: Bestimmt ist er noch da aber es wird kein Massenmarkt der Zukunft sein.
00:26:31: also in Zukunft wird der Massenmarkt werden selbstfahrende Autos sein und natürlich gibt das dann auch irgendwie als Hobby Menschen die auch gerne noch ein Verbrenner beispielsweise fahren oder gerne mal am Wochenende so auf die Rennstrecke gehen und selber steuern.
00:26:45: Aber es wird halt ein kleiner Nischenmarkt sein.
00:26:47: am Ende des Tages Wann sehen Sie denn die große Welle von Robotaxis in Europa kommen?
00:26:54: Das ist eigentlich keine technologische Technik.
00:26:57: keine technologische Frage mehr, sondern eher eine Frage der Regulierung.
00:27:01: Wie vorher gesagt die große Welle der Robotaxis setzt sich gerade schon durch in China und den USA und die Player, die diese Technologie für diese Robotaxis entwickeln, die drängen alle auch gerade nach Europa.
00:27:15: Es ist eigentlich nur ne politische Entscheidung wann wir das entsprechend genehmigen und zulassen Und dann wird es sich relativ schnell durchsetzen.
00:27:22: Erste Angebote gibt es jetzt schon.
00:27:24: in Europa starten immer mehr Services beispielsweise in London, starten eine ganze Reihe an Services dieses Jahr.
00:27:34: Wenn wir von der deutschen Autokrise reden ist das eigentlich eine deutsche Krise vor allem eine deutsche oder eine gesamteuropäische Autokrise?
00:27:42: wie sieht es denn mit den anderen Herstellern aus Frankreich Spanien zum Beispiel?
00:27:46: Wie gesagt, das ist keine deutsche, keine europäische und keine europäischen Krise.
00:27:52: Es ist eine globale Krise und es ist eine Krise dessen dass wir haben die alten Automobilhersteller.
00:28:03: Die alten Automobilhersteller, die großen Namen der Vergangenheit Volkswagen Toyota Ford GM.
00:28:11: Die werden angegriffen von Software-Unternehmen, die angefangen haben Autos zu bauen.
00:28:16: Von Tesla, von Rivian, von Schaupeng, von Neo... ...von all diesen neuen Namen, die jetzt erst in den letzten zehn, zwanzig Jahren entstanden sind.
00:28:26: und das ist die Situation, die wir gerade haben.
00:28:29: also wir haben so ein bisschen die Übergabe des Staffelstabs von der alten Garde zur neuen Garde und die große Frage, die wir uns alle stellen.
00:28:38: Wie viele oder welche der alten etablierten Player werden das überleben?
00:28:42: Und wie viel des Marktes werden entsprechend die Newcomer am Ende übernommen
00:28:47: haben?".
00:28:48: Eine wichtige Frage, was vor allem auch Österreich betrifft ist natürlich die Zulieferindustrie.
00:28:53: Wir liefern gerade Österreich, liefert stark an VW, an BMW und mehr C, dass wir hängen quasi an dieser Auto-Industrie dran?
00:29:03: Was bedeutet das denn für die österreichische Zulieferindustrie oder auch die deutsche ZulIEFER-IndUSTRY?
00:29:09: Ja ich wollte es grad sagen, es ist wahrscheinlich gar nicht so groß unterschiedlich weil ... Die Branche-Situation ändert sich ja nicht an der Landesgrenze zwischen Deutschland und Österreich, sondern das ist wahrscheinlich ein relativ ähnliches Problem.
00:29:21: Natürlich die Zulieferer trifft dieser Wandel ganz genauso wie es auch die Hersteller trifft bei uns in Deutschland und ich nehme an dass es wahrscheinlich relativ ähnlich in Österreich.
00:29:32: da bin ich jetzt keine Experte für aber viele der Zuliefauerbetriebe die hängen halt ganz stark am Antriebsstrang.
00:29:38: also die sind halt entstanden in diesem Ökosystem rund um den Verbrennungsmotor, der halt unsere Kerntechnologie war in Deutschland und sicher auch in Österreich mit.
00:29:51: Und da trifft es uns ganz hart dass diese Kerntechnik der Verbrennungsmotor immer weiter abnimmt im gleichen Maße mit dem Hochlauf der Elektromobilität auf globaler Ebene.
00:30:05: Und das trifft dann eben alle Zulieferer in den Unternehmen bzw.
00:30:09: alle Unternehmen, in der Lieferkette oder Wertschöpfungskette hin zum Antriebsstrang und Verbrennungsmotor.
00:30:16: Die Zuliefere müssen sich halt an dieser Stelle überlegen okay wenn ich mit meinen Produkten und Dienstleistungen rund um den Verbrenner kein Geld mehr verdienen kann in Zukunft wohin expandiere ich denn?
00:30:27: Also gehe ich in andere Felder der Automobilindustrie zum Beispiel in die Batterie, im Software und künstliche Intelligenz eben die zukünftigen werttreibenden Technologien oder bewege ich mich ganz raus aus der Automobielindustrie.
00:30:41: Und gehe z.B.
00:30:42: eben in den Defense Bereich gehen den Robotics Bereich weil ich davon ausgehe dass sich ja nicht mehr wettbewerbsfähig sein kann in den automobilen.
00:30:52: Zukunftstechnologien da kommt halt gleichzeitig mit das wir natürlich auch wie bei den Herstellern sehen wir auch bei den Zulieferern so eine ganz neue Generationen an Zulieferern, die auch erst in den letzten zehn, zwanzig, dreißig Jahren entstanden sind.
00:31:06: rund um die Zukunftstechnologien.
00:31:08: Rund um Software, rund um Batterie und künstliche Intelligenz.
00:31:12: Und das heißt natürlich, die bestehenden Zulieferer haben jetzt keine grüne Wiese und können sagen okay, die automobilen Zukunftstechnologien.
00:31:20: Das sind alles freie Märkte da haben wir gar keine Konkurrenz.
00:31:22: Da entwickeln wir uns jetzt rein sondern sie sind natürlich auch schon besetzt durch Newcomer.
00:31:27: und man muss sich halt fragen ok, haben wir da eine Chance entsprechend mitzuhalten?
00:31:32: Kann die Umstellung gelingen?
00:31:33: Ihrer Meinung nach der alten traditionellen Zuliefere für die Autoindustrie?
00:31:41: Bestimmt nicht bei allen, aber bei manchen sicher.
00:31:45: auf jeden Fall, also es kommt halt drauf an wie man's anstellt und ob man die richtigen unternehmerischen Entscheidungen trifft.
00:31:51: Und ich glaube das ist der Kern an der ganzen Sache.
00:31:53: wir hatten bei den in der gesamten automobilen Lieferkette in Europa über hundert Jahre ein sehr stabiles Geschäft wo es eigentlich nur darum ging effizienter zu werden immer ein Stückchen besser zu werden.
00:32:05: aber das Geschäftsmodell war das gleiche.
00:32:07: und jetzt haben wir auf einmal eine Situation wo ich vom Optimierer eigentlich wieder zurück zum Unternehmer werden muss das heißt Geschäftsmodell und meine Organisation komplett neu erfinden.
00:32:18: Ich muss wieder Wetten eingehen, ich muss wieder mutig sein, ich muß wieder neue Geschäftsfelder
00:32:23: aufbauen.".
00:32:24: Und das ist eigentlich ein Switch im Kopf und im Betriebssystem dieser Unternehmen.
00:32:29: Und ich glaube den Unterschied zwischen den Zulieferern die den Schritt schaffen in die Zukunft.
00:32:35: und denen dies nicht schaffen sind diejenigen die es schaffen wieder Unternehmer zu sein und wieder erfolgreiche unternehmerische Wetten zu machen Und nicht stecken bleiben im Rad, indem sie jetzt dröhnen sind.
00:32:47: Genau!
00:32:50: Wenn Sie an die Zukunft der deutschen Autoindustrie und was alles dran hängt auch Österreich auch die Zulieferindustrie denken haben Sie da Optimismus mit dabei?
00:33:02: An die Automobilindustrie und an die zukunftszulieffere Industrie in Deutschland und Europa?
00:33:07: es ist natürlich ja es ist schwierig weil wir Wir sind spät dran, was die Zukunftstechnologien angeht.
00:33:17: Ich mag ungern Schwarzmalen und will es einfach realistisch beschreiben wie die Situation ist.
00:33:31: diese Ökosysteme, die uns früher stark gemacht haben in der Automobilindustrie für die automobilen Zukunftstechnologien innerhalb von Europa aufbauen.
00:33:42: Also wir haben es nicht geschafft Rahmenbedingungen zu schaffen dass hier wirklich eine Industrie rund um Software-Geschäftsmodelle entsteht und um künstliche Intelligenz entsteht rund um die Batterielieferkette entsteht.
00:33:52: das sind alles ja Technologien wo wahrscheinlich jeder mir zustimmen würde dass wir in hohem Maße abhängig sind von den USA oder von China entsprechend, dass wir diese Technologien zugeliefert bekommen.
00:34:05: Und wenn wir in Zukunft in der Automobilindustrie halt noch eine prägende Rolle spielen wollen dann müssen wir halt diese Technologie beherrschen und das macht es halt so schwierig.
00:34:16: also es ist auch keine Challenge die ein einzelnes Unternehmen lösen könnte sondern es ist wirklich eigentlich eine Herausforderung des Wirtschaftsstandorts Europa.
00:34:26: Ist die Krise jetzt groß genug quasi ein Trigger sein könnte dafür, dass sich die Industrie neu ausstellt.
00:34:33: Zwei geteilte Antwort.
00:34:34: Sie ist ein Trigger dafür, dass die Autoindustrie aus Europa abwandert.
00:34:39: So muss man leider sagen weil die Industrie geht dahin wo sie Rahmenbedingungen vorfindet um Zukunftstechnologien zu entwickeln.
00:34:49: und diese Rahmenbedigungen das habe ich ja vorher entschieden die hat eben in besonderem Maße China geschaffen die eben vor zwanzig Jahren angefangen haben die perfekten Rahmenbedingerung für die Batterielieferkette für Software für künstliche Intelligenz aufzubauen Und Sie haben es mehr oder weniger geschafft, also letztendlich war das von China eine Deindustrialisierungsstrategie des Westens.
00:35:09: Also wie schaffen wir es als Wirtschaftsstandort China Arbeitsplätze und Wertschöpfung von Europa abzuziehen und zu uns zu bekommen?
00:35:19: Das hat aus chinesischer Sicht hervorragend funktioniert weil wir sehen gerade in der Situation dass ein Volkswagen, ein Bosch die größten europäischen Automobilunternehmen ihre aller wertvollsten Entwicklungsjobs für die neuesten Technologien gerade nach China verlagern, weil sie eben sagen Zukunftstechnologien können wir eigentlich nur noch in China entwickeln.
00:35:40: Weil dort ist quasi das gesamte Ökosystem.
00:35:44: Dort sind die Lieferkette, da sind die Talente, dort sind die Rahmenbedingungen wo wir erfolgreich batterieren Software künstliche Intelligenz entwickeln können.
00:35:54: Und wenn wir in Zukunft noch wettbewerbsfähig sein wollen, dann müssen wir eben dort sein und deswegen verschiebt sich auch dieses ganze Modell das China mal die Werkbank von Europa oder des Westens war hinzu.
00:36:06: In Zukunft wird wahrscheinlich automobile Hochtechnologie in China entwickelt und in Europa dann nur noch zusammengebaut.
00:36:13: Und Europa ist die Werkbahn Chinas?
00:36:16: Auf diese Situation laufen wir gerade zu zumindest was die Automobilindustrie angeht.
00:36:21: Denken wir mal positiv, wenn Sie drei Dinge nennen müssten die notwendig sind damit die Autoindustrie der europäische Autoindustrie auch in zehn Jahren noch zur Weltspitze gehört.
00:36:31: Welche Dinger wären das?
00:36:33: Der erste Punkt wäre auf jeden Fall technologische Souveränität als Europa oder Aussicht von Europa.
00:36:39: wie vorher gesagt gerade bei Software, bei künstlicher Intelligenz und bei der Batterie den drei Zukunftstechnologien sind wir aktuell aus europäischer Sicht in hohem Maße abhängig von China und von den USA, also Zulieferbetrieben aus China und den USA.
00:36:53: Jetzt haben wir ja gelernt, Abhängigkeiten werden in der aktuellen Weltsituation sehr häufig ausgenutzt.
00:37:00: das heißt wenn wir technologisch abhängigt sind dann können wir davon ausgehen dass diese Abhängigkeit irgendwann aus genutzt wird.
00:37:05: Und jetzt denken wir mal voran im Jahr Autonom fahrende Robotaxis haben, die alle mit einer künstlichen Intelligenz gesteuert werden.
00:37:21: in Kalifornien oder in China entwickelt wird.
00:37:25: Und wir wissen, so ein Auto kann natürlich im gleichen Maße auch eine Waffe sein.
00:37:29: Das ist eine Abhängigkeit die wir aufbauen und die Frage die wir uns stellen wollen oder stellen sollten ist halt, wollen wir diese Abhängkeit?
00:37:36: Oder wollen wir Rahmenbedingungen schaffen dass künstliche Intelligenz die Autos steuert eigentlich und Autosteuer die auf europäischen Straßen fahren eigentlich auch aus Europa kommen sollte, die wir eigentlich selbst beherrschen sollten?
00:37:50: Und im Umkehrschluss bedeutet es aber, diese Technologien entstehen nicht von alleine.
00:37:57: Die entstehen leider ... durch unseren Rückstand, den wir technologisch einfach über die Jahre aufgebaut haben nur noch durch Abschottung.
00:38:04: Also wir schaffen es nur eigene Technologien in Europa aufzubauen indem wir unseren Markt abschotten und Technologen aus China und den USA nicht reinlassen was natürlich im Umkehrschluss aber auch wieder Vergeltungsmaßnahmen entsprechend auslösen würde.
00:38:19: also man denke sich nur mal okay man sagt jetzt okay KI aus den USA darf nicht mehr nach Europa.
00:38:24: das würde natürlich wahrscheinlich sofort eine Reaktion aus dem weißen Haus entsprechend auslösen und das ist so ein bisschen das Dilemma, in das wir uns gerade rein manövriert haben.
00:38:34: Aber haben wir die Chance, die Rahmenbedingungen zu ändern?
00:38:37: So dass wir in zehn Jahren noch an der Weltspitze mitmischen?
00:38:43: Ja, aber ich glaube da braucht es wirklich politisches Fingerspitzengefühl.
00:38:48: Weil wie kann ich mich abschotten und gleichzeitig irgendwie das geopolitische Gegenüber also maßgeblich so die zwei großen Weltmächte zwischen denen wir hier sitzen China und USA entsprechend so austarieren dass das nicht zu Maßnahmen führt die uns dann noch viel mehr wehtun.
00:39:08: vielleicht Aber ausschließen.
00:39:10: würden Sie es nicht, dass wir das schaffen können?
00:39:12: Ich glaube, es führt gar keinen Weg dran vorbei.
00:39:14: Wir müssen das ja schaffen weil sonst werden wir in Zukunft keine Arbeitsplätze und keine Wertschöpfung mehr in Europa haben Weil diese Player die werden natürlich versuchen weiterhin Arbeitsplätze und Wertschöpfung in die USA zu ziehen, sehen wir ja.
00:39:28: Das ist eins-zu-eins die Politik aus der Administration im Weißen Haus und auch nach China zu ziehen.
00:39:35: Das sehen wir auch gleichzeitig.
00:39:37: D.h.,
00:39:37: wir sitzen halt zwischen den USA und China und beide versuchen uns Arbeitsplätzen und Wertchöpfungen wegzunehmen.
00:39:42: Und wenn wir es nicht schaffen über kluge, langfristige Industriepolitik einen Rahmen zu schaffen das Wertschöpfung in Europa bleibt und Hochtechnologien in Europa, Zukunftstechnologien entstehen dann sieht es schlecht aus für uns.
00:40:00: Und leider ist es so dass oftmals unsere Politik eher auf das Bewahren ausgelegt ist.
00:40:06: Also wir versuchen immer unsere ganzen Rahmenbedingungen, versuchen immer das zu bewahren und das zu schützen was da ist.
00:40:12: aber wenn wir lang genug uns darauf fokussieren irgendwie die Technologien des letzten Jahrhunderts zu schützen und dabei nichts Neues aufbauen dann stehen wir irgendwann mit komplett leeren Händen dar.
00:40:24: Schätzungen zur Folge werden von den chinesischen Autobauern und sie haben ein paar genannt auch nur eine Hand voll tatsächlich überleben.
00:40:30: warum?
00:40:33: bewusst dieses Playbook, das China nutzt um Industrien entsprechend aufzubauen.
00:40:39: Das hatte ich ja vorher kurz auch beschrieben dass man mit ganz ganz vielen Subventionen arbeitet und dadurch auch bewirkt oder ganz mit dem Ziel natürlich, dass viel zu viele Unternehmen entstehen.
00:40:51: Warum will man das viel so viele Unternehmen entstehen und das ein Überangebot im eigenen Markt auf einmal da ist?
00:40:56: Man will es machen, dass eine Konkurrenzsituation einen Wettbewerb zwischen diesen Unternehmen entsteht und dieser Wett Bewerb führt dann dazu, die Unternehmen, nur die Unternehmen die besonders effizient und besonders innovativ sind sich am Ende durchsetzen.
00:41:14: Also man regt quasi durch den Wettbewerb an dass diese Unternehmen immer immer besser werden und sich dann am Ende am Weltmarkt durchsetzen können.
00:41:23: Und das ist genau dieser Prozess den ich vorhin nannte mit Man will Weltmarktführer züchten.
00:41:29: Am Ende bleibt nur eine Handvoll der Unternehmen übrig und alle die entsprechend aussortiert waren waren die überlebensfähig waren, die zu schwach waren.
00:41:38: Die haben aber auch eine Rolle in diesem Playbook nämlich die Rolle quasi mit anzuregen dass diejenigen die am Ende überleben eben besonders innovativ und besonders wettbewerbsfähig sind und dann nicht nur Weltmarktführer oder nicht nur Marktführer in China sind sondern auf globaler Ebene Weltmarkt-Führer werden.
00:41:59: Hat die Politik in Europa begriffen, dass wir tatsächlich daran arbeiten müssen und hart daran arbeiten das es sonst nicht weitergehen kann?
00:42:08: Ich glaube, das Bewusstsein nimmt auf jeden Fall zu.
00:42:12: Das ist zumindest meine Außensicht als Beobachter was gerade passiert.
00:42:19: Es gibt erste Maßnahmen, dass man sagt okay Wir müssen die Batterielieferkette wieder zurück nach Europa erholen.
00:42:26: Das ist natürlich sehr, sehr schwierig und das wird alles nicht mehr wirtschaftlich funktionieren.
00:42:30: Also China hat es vor zwanzig Jahren gemacht mit... Wir haben jetzt Programme als EU aufgelegt, um die Batterie-Wertschöpfungskette wieder zurückzuholen.
00:42:53: Mit viel weniger Investitionen und das wird uns nur bis zu einem gewissen Maße gelingen!
00:43:02: Und trotz, es führt kein Weg dran vorbei.
00:43:05: Was ich mir wünschen würde wäre vielleicht dass das noch mehr mit mehr Investment und mehr vehements nochmal angegangen wird Mit Blick auf die Zukunftstechnologien und auch Rahmenbedingungen geschaffen werden Dass Software- und KI Geschäftsmodelle bei uns in Europa entstehen weil Das sind halt die Auch in der Automobilindustrie und für so viele andere Industrien halt Die zukunftstechnologie.
00:43:29: Es gibt ein Beispiel aus Aus Österreich, bei Ihnen ist es ja so.
00:43:35: Der Gründer von OpenClaw kam aus Wien soweit ich weiß und der erste Schritt den er gemacht hat nachdem er erfolgreich war oder das Erste was er gesagt hat wie komme ich am schnellsten in die USA?
00:43:47: Und nach Kalifornien?
00:43:48: weil hier in Europa werde ich diese Technologie nicht skalieren können.
00:43:51: und Das allererste war dass er jetzt bei OpenAI in den USA arbeitet und wir müssen uns doch fragen Wie schaffen wir's denn das bei uns Europa?
00:44:02: neue Unternehmen entstehen rund um diese Zukunftstechnologien.
00:44:05: Und das schaffen wir halt nicht, also die werden vielleicht hier gegründet aber sobald sie ein bisschen Traktion haben dann wandern Sie sofort ab und gehen raus aus der EU.
00:44:16: und das ist doch unser ganz großes Problem.
00:44:18: ich glaube nicht dass es die alten Industriegrößen des letzten Jahrhunderts sein werden die unser Wachstumsmotor der Zukunft sein werden.
00:44:29: ist der Angriff der neuen Player einfach zu groß.
00:44:32: Eine klare Botschaft an die europäische Politik!
00:44:35: Vielen Dank, Philipp Raasch, vielen Dank, dass Sie aus Stuttgart heute zugeschaltet waren.
00:44:40: Ganz herzlichen Dank hat mir Spaß gemacht Und vielen Dank auch an Sie, liebes Publikum.
00:44:45: Wir freuen uns, dass Sie dabei waren!
00:44:48: Wenn Sie einen Kommentar oder eine Idee dazu haben, dann schreiben sie uns das in die Kommentare.
00:44:53: Liken Sie uns wenn es Ihnen gefallen hat und wir freuen uns wenn Sie nächstes Mal wieder dabei sind.
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